Wen bei der EU-Wahl wählen?

Wahlzeit ist, und (wiedereinmal) geht der Trend um, sein Ergebnis von Wahlkabine.at zu veröffentlichen. Ich werde mich dem anschließen, obwohl ich schon vor dem Ausfüllen mit dem Ergebnis gerechnet habe, und nicht vorhabe, mich daran zu halten, da es noch wesentlich mehr Faktoren für (m)eine Wahlentscheidung gibt.

Das Verfahren der Ja/Nein Antworten ist zu simpel und führt zu merkwürdigen Ergebnissen. Etwa bei der Frage, ob homosexuelle Paare in allen EU-Staaten heiraten dürfen sollten. Ich beantworte diese Frage mit Ja, und bin damit plötzlich auf einer Linie mit der ÖVP (nur FPÖ, BZÖ und Hans Peter Martin sagen Nein), die aber in ihrer Anmerkung schreibt, dass sie nur für ein Partnerschaftsgesetz eintritt, die der Beziehung von gleichgeschlechtlichen Paaren einen eigenständigen Rahmen gibt, und über die jeder EU-Staat selbst entscheiden soll. Meinem Verständnis nach, ist das ein Nein auf die oben gestellte Frage, da diese den Rechtsanspruch für jedes EU-Mitglied impliziert und außerdem das Wort „heiraten“ enthält, was für mich nur eine völlige Gleichstellung bedeuten kann.

Bei der Frage „Soll die EU kritische Kunstformen, die in den Nationalstaaten zu wenig Unterstützung finden, stärker fördern?“ wiederum habe ich ebenfalls Ja gewählt, aber die Julis Nein (wie auch ÖVP, FPÖ und BZÖ) obwohl in ihrer Anmerkung steht, das Kunstförderung nicht vom Unterstützungsgrad in den Nationalstaaten abhängig sein soll. Das ist in meinen Augen ein Widerspruch.

Und das waren nur zwei Beispiele. Da die Redaktion von Wahlkabine.at offensichtlich die Antworten der Parteien einfach übernommen und nicht überprüft hat, ob Antwort und Anmerkung zusammenpassen, ich mich aber eher an die ausformulierbare Anmerkung halte, hilft mir das Ergebnis herzlich wenig und ich nehme es daher auch nicht besonders ernst.

Eine Antwort zu “Wen bei der EU-Wahl wählen?”

  1. Mathias sagt:

    Stimmt, diese Widersprüche zwischen dualem Antwortsystem und Detailantworten sind mir auch aufgefallen. Da gehört seitens der Betreiber unbedingt mehr kontrolliert und nachgefragt.
    Ansonsten halte ich die Applikation für eine ganz gute Orientierung für jene Wähler, die entweder noch sehr unentschlossen sind oder überhaupt keine Ahnung haben, welche Partei zu ihnen passt. Jeder, der sich über das Lesen einer Tageszeitung hinaus für Politik interessiert, dürfte ohnehin eine Vorstellung davon haben, wer seine Interessen am besten vertritt.

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