Was ist Kommunitarismus?

Was ist Kommunitarismus?

In einer Arbeit für mein Studium habe ich mich zum ersten Mal mit dem Kommunitarismus beschäftigt. Genau genommen, zum ersten Mal davon gehört. Dabei stellte sich mir von Anfang an die Frage, warum der (wohl idealisierte) Begriff „Gemeinschaft“ so zentral ist? Meinem Verständnis nach sind die Gemeinschaften als ein Art Regulativ gedacht, damit die Menschen ein gutes Leben führen. Daraus ergeben sich für mich zwei Fragen: Einerseits wie der Kommunitarismus zu diesem „Guten“ kommt, beziehungsweise, was das ist, und andererseits die Frage, wieso die Menschen eine „Anleitung“ und Führung brauchen, um es zu finden beziehungsweise ihr Leben darauf ausgerichtet zu führen.

Wenn sie Führung brauchen, kann der gemeine Mensch anscheinend nicht an sich moralisch gut sein, zumindest nicht notwendig, oder aber er ist nicht intelligent genug, das Gute zu erkennen beziehungsweise anzustreben. Bevor ich mich aber näher mit diesen Fragen beschäftigen kann, muss ich versuchen kurz zusammenzufassen, was unter „Kommunitarismus“ allgemein, oder zumindest von den von mir verwendeten Autoren, verstanden wird. Daraus wird sich ergeben, dass für diese Denkströmung zentrale Begriff „Gemeinschaft“ wohl nicht intuitiv verständlich ist.

Deshalb werde ich ihn in der Folge näher betrachten, um überhaupt verstehen zu können, was das Anliegen des Kommunitarismus ist. So wird meine Arbeit mit den Frage „Was ist Kommunitarismus?“ und „Was ist Gemeinschaft?“ beginnen. Danach werde ich mich mit den Moralvorstellungen im Kommunitarismus, bzw. dessen Kritik an den liberalen Moralvorstellungen beschäftigen, insbesondere mit der Frage nach Gerechtigkeit. Am Ende werde ich zusammenfassend meine im Rahmen dieser Arbeit auf den Kommunitarismus gewonnene Sicht darstellen.
Die oben beschriebenen Themen habe ich in drei grobe Fragen zusammengefasst, an denen ich mich orientieren werde, und denen ich dann nachgehen werde, wobei die Frage „Was ist Kommunitarismus?“ den Rahmen der Arbeit bildet. Endgültige Antworten geben zu wollen, werde ich mir dabei nicht anmaßen. Im Literaturverzeichnis finden sich die Bücher und Texte aus denen ich zitiere. Außerdem möchte ich darauf hinweisen, dass man den Liberalismus hier nicht mit dem Libertarismus libertärer Denker wie Milton Friedman und Friedrich von Hayek verwechseln darf, was durch den deutschen (europäischen?) Sprachgebrauch öfters passiert.

Was ist Kommunitarismus?

Der Kommunitarismus ist „eine Bewegung zur Verbesserung unserer moralischen, sozialen und politischen Umwelt“, schreibt Amitai Etzioni mit Blick auf die USA von wo der Kommunitarismus ausgeht. Walter Reese-Schäfer definiert kommunitaristisches Denken als den Versuch „die in unseren westlichen Gesellschaften vorherrschenden philosophischen und politischen Konzeptionen einer gründlichen Selbstreflexion und Kritik von Innen zu unterziehen.“ Dabei geht es ihm vor allem darum, dass eine Gesellschaft „die sich konsequent auf atomisierte, voneinander isolierte und ihrem Eigeninteresse folgenden Individuen stützen will“ ihre eigenen Grundlagen untergrabe. Sowohl Reese-Schäfer als auch Axel Honneth beziehen sich auf John Rawls und sein Buch „Eine Theorie der Gerechtigkeit“ dass einen der Konzentrationspunkte kommunitaristischer Kritik darstellt. Honneth schreibt dass wie in solchen Fällen üblich, typisierenden Sammelbegriffen die Funktion zukommt, aus unübersichtlichen Diskussionszusammenhängen „zwei entgegengesetzte Positionen herauszuschneiden und auf jeweils einen einheitsstiftenden Grundgedanken festzulegen“. Im Falle der Kommunitaristen, so Honneth weiter, war dies „die vor allem gegen Rawls richtete Idee, daß es immer der vorgängigen Rückbesinnung auf einen Horizont gemeinschaftlich geteilter Werte bedarf, wenn über Fragen der gerechten Ordnung einer Gesellschaft sinnvoll entschieden werden soll“. Man kann den Kommunitarismus auch als Gegenentwurf gegen, beziehungsweise als Reaktion auf, eine liberale, individualisierte Gesellschaft sehen. An dieser wird kritisiert dass sie das Individuum und dessen Freiheit zu Lasten letztlich aller überbetont. Die individuelle Freiheit zu Selbstbestimmung des eigenen Lebens werde von den Liberalen falsch verstanden, fasst Will Kymlicka die Vorwürfe der Kommunitaristen zusammen, die Liberalen „übersähen die sozialen Vorbedingungen, unter denen sie erst sinnvoll auszuüben sei“. Ich denke es ist ersichtlich geworden, dass der Begriff „Gemeinschaft“ für den Kommunitarismus von zentraler Bedeutung ist, so dass es sich lohnen dürfte, ihn näher zu betrachten.

Was ist Gemeinschaft?

Diese Frage erscheint auf den ersten Blick so banal, dass oft gar nicht daran gedacht worden sein dürfte, darauf eine ausführliche Antwort zu geben. Bei Amitai Etzioni kommt zuallererst Familie, von der, so zumindest „Das kommunitaristische Programm“ „jede Generation ihre moralische Verankerung erhält“, sie ist die „moralischen Basis“, so Etzioni. Auf der nächsten Ebene folgen Schulen und Universitäten, dann eine Vielzahl von sozialen Netzwerken wie Arbeitsplatz, Wohnviertel uvm. Letztlich dann die Nation bzw. die Gesellschaft, deren Aufgabe Etzioni darin sieht dafür zu sorgen „daß lokale Gemeinschaften nicht an Einstellungen festhalten, die wir als die umfassendere und maßgeblichere Gemeinschaft zutiefst ablehnen“. Er verwendet einen nichtexklusiven Gemeinschaftsbegriff der in seiner Unschärfe ein breites Anwendungsspektrum hat, und das soll er wohl auch. Da es sich dabei, aber auch bei der Abstufung beziehungsweise „Verschachtelung“ verschiedener Gemeinschaften, denen ein Mensch angehören kann, um die übliche Verwendung zu handeln scheint, werde ich diese im Folgenden beibehalten. In der Diskussion um den Begriff „Gemeinschaft“ wird oft historisch argumentiert, eine zentrale Figur ist dabei der deutsche Soziologe Ferdinand Tönnies der den Übergang von Gemeinschaft zu Gesellschaft beschrieb, wobei er unter letzterer eine Gruppe von Menschen verstand, „die nur wenig verbindet, wie die Menschenmenge oder die Massengesellschaft“. Während Kommunitaristen wie Etzioni darin ein, wenn nicht dass zentrale Problem unserer westlichen Zivilisationen sehen und davon ausgehen, dass die Gemeinschaften funktionierende kleine Sozialstrukturen waren, die heute fehlen, kritisieren andere, wie Derek Phillips dass Soziologen wie Tönnies ein falsches Bild der Gemeinschaften zeichneten. Philips führt aus, dass die irrigen Behauptungen der Kommunitaristen über die früheren Gemeinschaften im wesentlichen auf drei Faktoren basiert: An idealization of the past as a reaction to what are seen as the ills of modern society, insufficient attention to relevant historical research, and a reliance on inadequate evidence“ Der Rückgriff auf vergangene Lebensformen stellt sich wohl als untauglich heraus, Antworten auf die aktuellen Probleme zu geben, oder die kommunitaristische Position zu stützen. Für diese bedeutet dies aber keinen Rückschlag, da nur selten so direkt mit der Vergangenheit argumentiert wird, wie dies bei Etzioni der Fall ist. Wenden wir uns daher der Frage nach der Moral zu, über die eigentlich diskutiert wird.

Was ist Gerechtigkeit?

In der Diskussion zwischen Kommunitarismus und Liberalismus ist die zentrale Frage die nach Gerechtigkeit. Auch hier ist der zentrale Konzentrationspunkt John Rawls „Eine Theorie der Gerechtigkeit“, in der Rawls eine vernünftige Konzeption von Gerechtigkeit als Fairneß, das heißt Unparteilichkeit, liefern will. Michael Sandel kritisiert die Grundlage der Rawl’schen „Theorie der Gerechtigkeit“, den gedachten „Urzustand“, in dem freie und vernünftige Egoisten ohne das einer von ihnen „seine Stellung in der Gesellschaft kennt, seine Klasse oder seinen Status, ebensowenig sein Los bei der Verteilung natürlicher Gaben“ die Grundsätze der Gesellschaft festlegen. Diese wären jedenfalls, so Rawls, die Gleichheit der Grundrechte und -pflichten, sowie der Grundsatz, dass soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten nur dann gerecht sind, wenn jedermann daraus ein Vorteil erwächst. Sandels Kritik bezieht sich auf den zweiten Grundsatz, der umgekehrt besagt, dass nicht gerechte Ungleichheiten auszugleichen sind. Dieses, wie er es nennt, Differenzprinzip, geht davon aus, dass „die Vorteile, die ich besitze, nur zufällig die meinigen sind und deshalb allgemeiner Besitz sind und die Gesellschaft einen vorrangigen Anspruch auf die Früchte ihres Vorhandenseins hat“. Dies könne aber im Liberalismus nicht gerechtfertigt werden, da daraus, dass „ich keinen privilegierten Anspruch auf die sich zufälligerweise ‚hier‘ befindenden Vorteile erheben darf“ nicht folgt, dass „jeder auf der Welt dies kollektiv“ tun darf. Es gebe keinen Grund zur Annahme, dass deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft oder sogar zur ganzen Menschheit aus moralischer Sicht in irgendeiner Form weniger zufällig ist als meine, so Sandel weiter. Und da die Zufälligkeit im einen Fall die Berechtigung nimmt, meinen Zwecken zu dienen, gibt es keinen Grund, warum die Zufälligkeit im Falle irgendeiner Gesellschaft sie nicht auch der Berechtigung beraubt, ihren Zwecken (oder denen der Gesellschaft) zu dienen. In der Fülle an kommunitaristischer Literatur gestaltet sich die Suche nach einer weithin anerkannten kommunitaristischen Ethik schwierig. Dies lässt sich möglicherweise daraus erklären, dass der Kommunitarismus als Kritik am Liberalismus entstanden ist. Oder es mag an dem Problem liegen, dass je größer die Gemeinschaft die wir betrachten wird, die darin vorkommenden Vorstellungen vom Guten und von Moral ganz allgemein umso stärker differieren. Selbst innerhalb einer Kleinfamilie wird sich nicht in allen Fragen Einigkeit erzielen lassen, wie dann erst in einem Staat oder gar global? Der Versuch einer Antwort darauf ist Michael Walzers „moralischer Minimalismus“. Diesen werde ich zunächst näher betrachten. Walzer unterscheidet zuerst zwischen minimaler und maximaler Bedeutung von moralischen Begriffen wobei die minimalistischen Bedeutungen in die Maximalmoral eingebettet sind. Meinem Verständnis nach meint Walzer hier eine Art „kleinsten gemeinsamen Nenner“, oder wie er schreibt, „ein (‚dünnes‘) Bündel universaler Prinzipien“. Die weitere Ausprägung ist Walzer zufolge eine Anpassung an die jeweilige Kultur und Geschichte. Das klingt auf den ersten Blick verlockend nach einer Theorie einer transkulturellen „Kernmoral“, aber Walzer schränkt gleich ein. Der Minimalismus ist nicht objektiv, vielmehr ist er in jeder Situation „aufs engste mit den maximalen Moralauffassungen verbunden, welche hier oder dort, zu besonderen Zeiten und an (‚bestimmten‘) Orten geschaffen wurden“. So handelt es sich dabei immer auch um einen Ausdruck unserer maximalen Moral, wenn wir versuchen die minimale Moral darzulegen. Und nicht zuletzt betont Walzer, dass der Minimalismus keine Grundlage der Moral bietet: „es ist nicht der Fall, daß verschiedene Gruppen von Menschen entdecken, sie seien alle derselben Menge letzter Werte verpflichtet“. Der Minimalismus sei aber wertvoll wegen der Begegnungen die er ermögliche, auch wenn sie, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, noch nicht zur Erzeugung einer dichten Moral führen. Was aber wenn die maximale Moral gar nicht dazu geeignet ist, eine minimale Moral auszubilden die sich mit denen anderer Kulturen trifft und Begegnungen ermöglicht? Walzer gibt darauf keine Antwort. Ebenso stellt sich mir die Frage, was nach allen begründeten Einschränkungen die Walzer macht, letztlich übrig bleibt, außer das Walzer sich als einer jener positionieren, die nicht an die Möglichkeit einer universellen Moral glauben? Etzioni sieht die Moral zwar als Angelegenheit der Gesellschaft, spricht aber nicht über ihre Grundlagen oder den Grund ihres Geltungsanspruches. Alasdair MacIntyre kritisiert, dass das „Projekt der Aufklärung“, die Moral vernünftig zu rechtfertigen, gescheitert sei. Stattdessen sei die Sprache der Moral verwahrlost und moralische Urteile nur sprachliche Überreste der praktischen Anwendung des klassischen Theismus seien, die aber den durch diese praktische Anwendung gebildeten Kontext verloren haben. Es wird hoffe ich deutlich, dass von kommunitaristischer Seite zwar viel Kritik geübt wird, wie etwa auch allgemein, dass „die universalistischen Moralbegründungen kantianischer Ethiken zu abstrakt“ seien um Menschen an sie zu binden. Aber konkrete Alternativen habe ich keine gefunden. Das führt zur Überlegung, dass der Kommunitarismus nicht so sehr eine eigenständige Strömung, als vielmehr ein zum Liberalismus gehörendes Korrektiv, eine von diesem erzeugte Kritik ist, die letztlich dazu dient, liberale Ideen und Theorien weiterzuentwickeln.

Nochmals: Was ist Kommunitarismus?

Amitai Etzioni und die Autoren des „kommunitaristischen Programms“ werden dieser Überlegung wohl nicht zustimmen. Walzer aber schreibt, dass „keine kommunitaristische Kritik, und sei sie noch so scharfsinnig, jemals mehr sein [wird] als eine unbeständige Begleiterscheinung des Liberalismus“. Und Reese-Schäfer geht davon aus, dass kommunitaristisches Denken „letztlich immer nur als korrigierende Minderheitsströmung eines mächtigeren liberalen und individualistischen Diskurses politisch erträglich ist“ da es, selbst dominant und politikprägend, schnell repressive Zügen bekommen dürfte. Das meint auch Phillips wenn er davor warnt, dass eine Gemeinschaft immer Regeln dafür festlegt, wer ihr angehören kann, und wer nicht. Deshalb könne der Kommunitarismus negative Konsequenzen für all jene haben, die der Gemeinschaft nicht angehören können oder wollen, was er mit drastischen Beispielen wie dem Volksbegriff des nationalsozialistischen Deutschlands historisch zu belegen vermag. Historisch gesehen, „hat die liberale Neutralität jendefalls den großen Vorteil daß sie nicht ausgrenzt und untergeordnete Gruppen nicht der ‚Lebensform‘ der herrschenden unterwerfen will“. Eine solche Gefahr scheint vom heutigen Kommunitarismus nicht auszugehen, und zwar deshalb, da, so Reese-Schäfer, „nach der Vorstellung eigentlich aller Kommunitarier Gleichheit auf dem gegenwärtig erreichten Stand der Universalisierung, also mindestens auf nationalstaatlichem Niveau angestrebt werden“ muss. Dies hat allerdings die Konsequenz sehr großer Gemeinschaften. Und diese tragen „unvermeidlich Züge all dessen, was die Kommunitarier an der Gesellschaft kritisieren“. Die Entfremdung die durch diese Größe entsteht, kann durch kleine Gemeinschaften, wie Elternvereine, Nachbarschafen, Familien, uä. zurückgedrängt werden. Diese als bewusstes Korrektiv in einer liberalen Gesellschaft anzusehen, lässt Reese-Schäfer zur selben Prognose kommen, wie Walzer (s.o.): „Kommunitaristische Kritik wird, in welcher Form auch immer, eine ständige Begleiterscheinung des modernen Liberalismus bleiben.“.

Schluss

Ich habe die meisten Themen hier nur angeschnitten, viele nur kurz erwähnt, die meisten Fragen und Probleme überhaupt außen vor gelassen. Die wenigen Punkte, die ich aufgegriffen habe, konnte ich nur zu einem kleinen Teil analysieren, Lösungsansätze wagte ich erst gar nicht anzudeuten. Dennoch habe ich mich bemüht, in diesem beschränkten Rahmen, die wichtigsten Punkte auszuformulieren, wenn auch nur knapp. Beginnend mit einer kurzen Untersuchung, was unter „Kommunitarismus“ und unter dessen zentralem Begriff „Gemeinschaft“ zu verstehen ist, habe ich versucht über die kommunitaristische Kritik an der liberalen Moralbegründung von John Rawls und den Mangel an kommunitaristischen Alternativen auf eine Betrachtung des Kommunitarismus, als Korrektiv zu einem stärkeren Liberalismus zu kommen. Dabei spielen sowohl die Schwächen des Liberalismus, als auch die Gefahren eines politisch starken Kommunitarismus eine Rolle. Dass es sich dabei um keine endgültige Betrachtung handeln kann, wird denke ich schon aus dem Rahmen und dem bescheidenen Umfang der Arbeit klar. Dennoch denke ich dass ich in Übereinstimmung mit der verwendeten Literatur eine nicht nur mögliche, sondern vielleicht durchaus sinnvolle Betrachtungsweise, zumindest angedeutet habe.

Literatur (Partnerlink)
Etzioni, Amitai: Die Entdeckung des Gemeinwesens. Ansprüche, Verantwortlichkeiten und das Programm des Kommunitarismus.
Honneth, Axel (Hg.): Kommunitarismus – Eine Debatte über die moralischen Grundlagen moderner Gesellschaften.
Kymlicka, Will: Politische Philosophie heute. Eine Einführung.: Eine Einführung
MacIntyre, Alasdair: Der Verlust der Tugend: Zur moralischen Krise der Gegenwart
Mittelstraß, Jürgen: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie 4 Bde. Sonderausgabe: 4 Bände.
Phillips, Derek L.: Looking Backward. A critical appraisal of communitarian thought.
Rawls, John: Eine Theorie der Gerechtigkeit

2 Antworten zu “Was ist Kommunitarismus?”

  1. Martha Kaiser sagt:

    Meine Definition ist weit pragmatischer.Eine Gemeinschaft im Sinne des Kommunitarismus braucht keine gemeinsame Grundlage.Also keine gemeinsamen Werte, keine Verwandtschaftsbeziehung, keine nationale Gemeinsamkeit.Alles unnötig.Für mich ist sie ein willentlicher Zusammenschluss zur Abfederung von Risiken.Sie funktioniert wie eine Versicherung: sich regelmäßig in geringem Umfang einbringen, im Versicherungsfall die gebündelte Leistung der anderen annehmen.Wenn man sich persönlich gut versteht, umso besser, wenn nicht, auch egal.Sie ist so eine Art Blockspeicher für Soziales.Jede Familie, jede Versicherung funktioniert so.Womit sich manche schwertun, ist, dass die Leistungen eben nicht wie beim Ehrenamt an jedermann verteilt werden und im Bedarfsfall nichts zu dem Einbringenden zurückkommt, sondern, dass sie sich auf eine definierte Gruppe bezieht, was Absahner ausschließt.Es ist, wenn es gelingt, eine ganz urtümliche Kombination von Altruismus und Egoismus.

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