Warum bin ich eigentlich für die Atheisten-Kampagne?

Christoph fragte (unter anderem) mich, ob er vielleicht ein kurzes Statement haben könnte, wieso ich die Atheist Bus Campaign Austria „unterstütze“ (Anführungszeichen von mir, weil ich ja eigentlich nichts außer „Ja super“ sagen und darüber schreiben mache). Als ich anfing zu überlegen, kam da eine kleine Liste heraus, die doch lang genug ist, dass ich sie veröffentlichen möchte:
…weil Religion nicht den öffentlichen Diskurs kontrollieren und bestimmen darf
…weil niemand Gott bewiesen hat
…weil „verletzte religiöse Gefühle“ genauso Privatsache sind, wie verletzte „ästhetische Gefühle“ verursacht durch eine hässliches Haus oder verletzte „intellektuelle Gefühle“ wegen öffentlich zur Schau gestellter Dummheit oder verletzte „humanistische Gefühle“ wegen Papst Benedikt, etc…
…weil ich auch religiöse Symbole und Werbung im öffentlichen Raum aushalten muss
…weil es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keinen Gott gibt
…weil Meinungs-, Rede- und Informationsfreiheit fundamentale Menschenrechte sind und es wichtig ist, dass diese auch in Anspruch genommen werden
… weil Atheisten in Österreich bisher kaum wahrgenommen wurden
… weil mir der Gedanke, sich mehr um die Menschen als um einen möglichen Gott zu kümmern, gefällt
… weil Gott es so will (Totschlagargument, unwiderlegbar, allmächtig)

Eine Antwort zu “Warum bin ich eigentlich für die Atheisten-Kampagne?”

  1. dieter sagt:

    Warum ich dagegen, bzw. verwundert bin.Als die Kirchen vor ein paar Jahren anfingen, Plakate zu affichieren, sah ich das eher als Verzweiflungsakt an. Früher konnte die Kirchen davon ausgehen, dass der Glaube an Gott, die religiöse Bedeutung von Weihnachten, die Teilnahme am Gemeindeleben eine Selbstverständlichkeit waren. Dass sie heute als ein Marktschreier unter Hunderten auf sich aufmerksam machen müssen, zeigt, wieviel Boden sie verloren haben.Die Statistiken zeigen ja auch, dass die Ungläubigkeit seit Jahrzehnten stetig zunimmt und das ganz ohne Kampagnen, atheistische Institutionen oder Führer.Mit einer Plakatkampagne impliziert man, dass man eine solche nötig hätte. Darüber hinaus gefällt mir die Minderheiten-Identitätspolitik der letzten Jahrzehnte nicht. Jeder will heutzutage als Teil irgendeiner Minderheit Aufmerksamkeit und Sympathie erheischen.Atheisten gibt es schon genug und die meisten fühlen sich auch ohne Plakatkampagne ganz wohl damit. Wichtiger wäre jetzt eigentlich ein politischer Vorstoß zum Laizismus, gleiche Förderung nichtkonfessioneller Privatschulen usw. Wie man das macht, keine Ahnung. Aber wenn jemand einen guten Ansatz hätte, wäre das Geld dafür sicher besser angelegt.-dieter

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