Wahlkampf vor Ort: Grüne, FPÖ, BZÖ

Ich habe heute bei einem Spaziergang durch die Grazer Innenstadt Wahlkampfstände von den Grünen, der FPÖ und dem BZÖ gesehen und bei jedem kurz vorbeigeschaut. Vorweg – zufrieden mit ihrem Personal kann nur die FPÖ sein.

Grüne

Zwei Jugendliche verstecken sich hinter dem Stand und sprechen die Passanten nur an, wenn sie penetrant vor dem Stand stehen bleiben. Dann geht es nicht um Inhalte, sondern man trachtet augenscheinlich danach, die Bioäpfel die man verschenkt, loszuwerden. Ich gehe zum Stand und verneine die Frage, ob ich einen Apfel möchte. Danach bieten sie mir ein Wahlkampfprogramm an, dass ich gerne annehme. Das war’s. Auf meine Frage wofür sie Unterschriften sammeln, wird knapp geantwortet, und ich muss fragen, ob ich unterschreiben darf.

BZÖ

Besser als bei den Grünen. Man geht freundlich auf die Leute zu, und unterhält sich auch länger. Die Gepsrächsthemen sind allesamt sehr „JH-zentriert“. Inhaltlich wird etwas geflunkert („Jörg Haider zahl allen Österreichern und den Ausländern nicht 200 EUR Weihnachtsgeld aus, Voves zahlt sein Geld allen, auch den Ausländern“). Meine Frage, ob Jörg Haider im Wahlkampf nochmals nach Graz kommt, können sie nicht beantworten (was ich ihnen nicht vorwerfen kann, Landesorganisationen werden bei allen Parteien in der Regel über Bundespläne im Dunkeln gelassen). Aus unangenehmen Gesprächen ziehen sich die Wahlwerbenden aber schnell zurück. Was Flyer und Wahlgeschenke angeht, sieht es sehr dürftig aus.

FPÖ

Klare Sieger. Sehr bemüht, sehr freundlich. Auch mit Abstand das größte Team. Auch Stadtparteiobmann Susanne Winter ist zugegen. Man geht auf die Leute zu, verteilt eine Menge Flyer und Werbegeschenke. Meine Fragen werden ausführlich beantwortet (Susanne Winter geht nach Wien, bleibt aber Grazer Stadtparteiobmann, der Prozess gegen sie wurde wegen neuer Beweisanträge von Oktober auf November verschoben, man rechnet mit einem Freispruch oder allenfalls einer bedingten Strafe. Man glaubt die 20 % relativ locker zu überschreiten. Man ist mit den von der Großen Koalition verhängten Rauchverboten nicht einverstanden und will Wahlfreiheit, wo räumliche Trennung nicht möglich ist). Kaum jemand kommt am Stand vorbei, allerdings hängen sich die FPÖler nicht als Kletten an die Passanten (was im Kontrast zu den auf der anderen Straßenseite „fischenden“ WWF-Promotern sehr deutlich wird).

Insgesamt machte der Ausflug auf mich den Eindruck, als hätten die Grünen bloß zwei Ferialarbeiter hingestellt, die sich nicht sonderlich drum kümmern, was um sie herum passiert. Bei BZÖ und FPÖ waren es eindeutig Parteifunktionäre oder -mitglieder sie sich wirklich für Wähler interessieren. Der finanzielle Unterschied war aber deutlich zu sehen, und hatte wohl auch Auswirkungen auf die Einschulung (und Auswahl?) der Mitarbeiter.

,

2 Antworten zu “Wahlkampf vor Ort: Grüne, FPÖ, BZÖ”

  1. Ich war am Montag Mittag in Graz unterwegs und habe dort KPÖ und FPÖ gesehen. Deine Beobachtung kann ich nur bestätigen. Auch, dass Susanne Winter persönlich vor Ort war. Übrigens als einzige Frau unter sonst lauter (jungen) Männern.
    Die KPÖ ist in meiner Begegnung aber viel positiver rübergekommen, als in deiner die Grünen.
    Irgendwie habe ich das Gefühl, die Grünen kommen in diesem Wahlkampf einfach nicht in die Gänge…

  2. Thomas sagt:

    Jo, die Kommunisten sind an sich recht gut. In der Regel lauter überzeugte Menschen die es meist auch wirklich gut meinen. Sind in der Regel auch recht präsent, aber heute hab ich sie nirgens gesehen. Susanne Winter war heute wieder die einzige Frau, aber bis auf Armin Sippel waren glaub ich alle FP-Gemeinderäte da.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.