Schütz unsere Kinder vor den Homos!

So oder so ähnlich (irgendwie geh ich davon aus das es FPÖ intern andere Bezeichnungen für Homosexuelle gibt) dürfte heute das Tagesmotto der Wiener FPÖ lauten. Während die Bundespartei damit beschäftigt ist, das Christenland vor der Islamisierung zu retten, kümmern sich ihre lokalen Kollegen darum, dass die SPÖ „für die ganz, ganz wichtige Kampagne ‚Liebe verdient Respekt‘ die Steuermillionen locker sitzen“ hat (so FPÖ-Gemeinderat Toni Mahdalik in einer Aussendung) und darum, dass sich die Stadtpolitik nicht damit beschäftigen sollte, „wie man Kindern Homosexualität schmackhaft machen kann“, sondern sich lieber „mit wichtigeren Dingen – nämlich mit dem Schutz unserer Kinder vor sexueller Ausbeutung und der Förderung der Familien auseinandersetzen“ sollte (so der Klubobmann der FPÖ-Wien, Eduard Schock, in einer weiteren Aussendung).

Dabei fällt sofort die klassisch rechtskonservative Strategie auf, Homosexualität und Kindesmissbrauch in einem Atemzug zu nennen, oder sogar wie die FPÖ in diesem Fall, Homosexualität und Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch als Alternativen hinzustellen. Das ist eine grausliche Unterstellung gegen Homosexuelle, eine massive Beleidigung, eine Hasspredigt par excellence.

Aber es ist ja noch viel schlimmer, wie der Grüne Gemeinderat Marco Schreuder in seiner Reaktion betont:

„Die Coming-out Phase ist für lesbische und schwule Jugendliche die schwierigste Zeit. Viele internationale Studien haben bewiesen, wie wichtig es ist, dass über Homosexualität, Bisexualität und Transsexualität schon in der Schule aufgeklärt wird“

Den die Idee, das sich irgendjemand aufgrund von Werbung für oder gegen eine sexuelle Ausrichtung entscheiden könnte, ist, wie man auch an den Köpfen sieht in denen die Idee herumgeistert, ausgemachter Blödsinn, und jeder seriöse Wissenschafter der etwas zu dem Thema zu sagen hat, wird das bestätigen.
Aber da es teilweise noch massive Vorurteile gibt, und gesellschaftliche Mechanismen die bei der sexuellen Orientierung bzw. dem Einüben entsprechender Rituale helfen können/sollen klar auf Zweier-Paare aus einem Mann und einer Frau ausgerichtet sind, ist es dringend geboten, Aufklärung zu leisten, und Hilfestellung anzubieten.

Eine Antwort zu “Schütz unsere Kinder vor den Homos!”

  1. Oliver sagt:

    Anlässlich des heutigen Starts der „Liebe verdient Respekt“-Kampagne und zu homophoben Äußerungen der Familienlobby Schweiz habe ich über die Gefahren von Homophobie, den gesellschaftlichen Vorurteilen gegenüber homosexuellen Menschen/Jugendlichen geschrieben. Ohne dafür Werbung machen zu wollen, ich habe da u.a. auch paar Studien und Vorurteile zitiert, welche Marcos Aussendung untermauern.

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