Ratzi und die irren Männer

Papst Benedikt XVI, vormals Großinquisitor Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre Kardinal Joseph Ratzinger, von einigen Beobachtern ob seines wissenschaftlichen Zugangs und seines großen Fachwissens, und vor allem wegen der liberalen und menschenfreundlichen Positionen die er in seinem bekanntesten Buch, „Einführung in das Christentum“ (Amazon Partner-Link) vertrat, durchaus als Hoffnungsträger für einen sanften Aufbruch in der Kirche gesehen, hat diese Beobachter längst enttäuscht.

Der Papst (hier beim Segnen von Schafen und dem Empfang der Ehrenbürgerschaft von Mariazell) legt nun nach. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet hat Benedikt XVI. nichts besseres zu tun als vier Bischöfe zu rehabilitieren, die einst von Marcel Lefebvre (erzkonservativer Gegner des II. Vatikanischen Konzils, von Paul VI. suspendiert, von Johannes Paul II. exkommuniziert, Gründer der fundamentalistischen Piusbruderschaft) geweiht wurden (was direkt zu seiner und ihrer Exkommunikation führte). Dies sind die Herren Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta.

Innerkirchlich ist die Entwicklung wohl für viele enttäuschend, auch für mich, obwohl ich dem Verein nicht (mehr) angehöre. Zu viel Einfluss hat die rk. Kirche, als dass ich nicht auf einen liberalen, vernünftigen, menschenfreundlichen Kurs hoffen würde. Aber die Rehabilitation des Bischof Williamson ist keinesfalls eine rein innerkirchliche Angelegenheit, denn dieser gilt als notorischer Holocaustleugner (sogar kath.net geht auf Distanz zu ihm), die deutsche Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen ihn und auch sonst ist er wirren Verschwörungstheorien nicht abgeneigt.

Nachdem Benedikt XVI. grundsätzlich ein intelligenter Mann ist, und keine Anzeichen gröberen geisten Verfalls zeigt, wird ihm wohl bewusst sein, in welche Richtung er das Kirchenschiff lenkt.

PS: Infos zum Kirchenaustritt (Ö)

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Eine Antwort zu “Ratzi und die irren Männer”

  1. Dirk sagt:

    Es gab vor vielen vielen Jahren mal einen Mann, der hat so was vorausgesagt. Er hat gesagt, dass die Umwelt zu Grunde gehen wird, das wir einen deutschen Papst haben werden, der genau das tut was er jetzt macht und das auch die Politik sozusagen „Schach matt“ ist. Genau diesen Punkt haben wir erreicht und ich denke, dass wir alle untergehen werden.
    Der Papst ist durchaus sehr sehr klug und ich denke, dass er wirklich genau weiß was er da tut. Aber ich glaube nicht, dass er sehr viel darüber nachgedacht hat. Denn gutheißen kann ich diese Entscheidung nicht.

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