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"Mehr Übereinstimmung mit der ÖVP"

Einer kurzen Verwunderung folgte ein langes Würgen, als ich auf derstandard.at einen Artikel über eine „Homestory“ des Monatsmagazin DATUM las, deren Thema diegrüne Gier nach Macht zu sein schein.

„Objektiv gesehen aber sollte es mit der ÖVP eine Spur leichter gehen.“ glaubt Alexander Van der Bellen. Ähnlich sieht es der zweite Teil des aktuellen Machtzentrums der Grünen, Eva Glawischnig: „Jeder Erfolg im linken Bereich wäre im Fall einer Koalition mit der ÖVP ein Erfolg für die Grünen. Das ginge bei Rot-Grün nicht so leicht.“ Weil es ja wesentlich wichtiger ist, lieber weniger zu bewegen, und das für sich verbuchen zu können.

Differenzierter sehen das Peter Pilz und Johannes Voggenhuber, sie wären nur im Falle eines „radikalen Wandels“ in der ÖVP für eine Koalition, aber Pilz darf wohl einfach a bissi rumspinnen und Voggenhuber ist eh ins EU-Parlament verschoben worden.

Ich frage mich – wie gehen extrem konservative bis reaktionäre Positionen in Gesellschaftsfragen, radikale Positionen im Bezug auf die Menschenrechte (Datenschutz, Überwachung, Ausländer, Asyl) wie sie in der ÖVP vertreten werden (nicht von irgendwem sondern vom Klubobmann und vom zuständigen Minister) mit den Grünen zusammen? Wo bleibt die Grüne Basis? Hat die sich schon verabschiedet und sind nur noch die Bobos da, die eigentlich eh eine Aussöhnung mit ihren Eltern wünschen?

Wenn man annimmt, das Alexander Van der Bellen und seiner innerer Machtzirkel sich wirklich etwas anderes davon versprechen, als bloße Macht, dann ist für mich nicht ersichtlich was. Die Verbindung zu den sozialliberalen und linken Grundwerten von denen die Grünen kommen, wie zB Busek, werden bei der ÖVP immer konsequent abgesägt. Und wenn sich die Grünen jetzt mit Platter und Schüssel ins Bett legen, dann ist jede Glaubwürdigkeit beim Teufel. Oder wie der User hannsib auf derstandard.at schreibt: „Nachdem Gusi sehr viele seiner Wähler zu den Grünen getrieben hat, versucht VDB sie wieder zurückzutreiben.“

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