Philosophie - Werkzeug und Waffe

Die typisch österreichische Karriere des Nazi-Philosophen Ferdinand Weinhandl

1965 wurde Ferdinand Weinhandl zum korrespondierenden Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Zwei Jahre früher hatte der ordentliche Professor für Psychologie und Pädagogik an der Universität Graz das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse erhalten. Der Grazer Philosoph war also zweifellos ein anerkannter und renommierter Wissenschaftler. 20 Jahre davor sah die Welt für den gebürtigen Judenburger deutlich anders aus.

Damals durchlebte er eine “Zeit ärgster Erniedrigung”, ist in der Festschrift zu seinem 70. Geburtstag zu lesen. Der Herausgeber Johann Fischl schreibt darin über die schwerste Zeit in der wissenschaftlichen Karriere Weinhandls. Er sei „auf Weisung der englischen Besatzungsmacht“ entlassen worden, da „Berufungen durch die nationalsozialistischen Regierungsstellen“ nicht anerkannt wurden. Fischl beklagt, dass es in dieser Zeit „solche Mitmenschen gab, die sein so hartes Los noch durch allerlei Anschuldigungen zu erschweren suchten.“

Fischl kann damit eigentlich nur Anschuldigungen betreffend Weinhandls Verhältnis zum Nationalsozialismus meinen. Es waren also nicht irgendwelche Anschuldigungen. Sie waren auch nicht so nebulös, wie es bei Fischl klingt. Vor allem aber waren die Anschuldigungen, dass Ferdinand Weinhandl ein überzeugter und engagierter Nationalsozialist gewesen sei, eines ganz besonders: wahr.

“Bücher, die als zersetzendes Gift am Volkskörper fraßen.“

Nach seinem Studium an der Universität Graz machte Weinhandl Karriere in Deutschland. In den 1930er Jahren war er Professor an der Universität Kiel. Sein Verhältnis zum Nationalsozialismus darzustellen verweigert sich jeder Subtilität. Sieht man sich sein Verhalten in dieser Zeit an, ist es unmöglich den ersten Schneeball zu sehen, sofort bricht die Lawine über die Betrachtenden herein.

Seit 1929 war Weinhandl Fachschaftsleiter im von Alfred Rosenberg gegründeten „Kampfbund für deutsche Kultur“. 1933 wurde er Mitglied der NSDAP, der SA und des Nationalsozialistischen Lehrerbunds. In der SA war er Referent für „Weltanschauliche Schulung“ bei der SA-Standarte R 187.

Sein Einsatz für den Nationalsozialismus umfasste selbstverständlich seine Tätigkeit als Universitätsprofessor. In Reden an Studierende pries er die nationalsozialistische „Selbsterziehung“ als „Erziehungswillen“ des Staates. Er beschrieb die SS und die SA als „die genialen Erziehungsinstrumente des Nationalsozialismus“. In Lehrveranstaltungen warb er für die Ideen von „Volk“ und „Führertum“.

Am 10. Mai 1933 hat der Nationalsozialist Ferdinand Weinhandl einen großen Auftritt. Er ist Festredner bei der Kieler Bücherverbrennung.

Deutsche Männer und Frauen! Deutsche Studenten und Studentinnen! In einer Stunde wird die deutsche Studentenschaft ein Stück des Ungeistes der letzten vierzehn Jahre den Flammen übergeben. In ganz Deutschland werden heute in dieser Nacht tausende von Schriften und Büchern verbrannt werden, die als zersetzendes Gift an unserem Volkskörper fraßen.

Mit diesen Worten eröffnet er seine Rede zum Thema „Undeutscher Geist –Deutscher Geist“. Darin legt er seinem Publikum nahe, die eigenen Bücherbestände in „deutsche“ und „undeutsche“ Schriften zu trennen und dabei nicht vor wissenschaftlicher Literatur halt zu machen. Denn es gebe Werke, die bedeutende wissenschaftliche Leistungen darstellten, aber dennoch „in ihrer Gesamthaltung undeutsch“ seien und sich „für unser Volkstum als schädlich und destruktiv“ erwiesen hätten.

„Undeutscher Geist“ sei „ein permanenter Angriff auf das deutsche Wesen“. Mit der „Verbrennung einiger tausend Schmutz- und Schundbücher“ beginne der „Gegenangriff“, von dem alle betroffen sein werden, die „rassemäßig, politisch oder weltanschaulich außerhalb der deutschen Blutsgemeinschaft und ihrer Bekenntnisse“ stehen.

Bereits 1933 steht eines fest: Ferdinand Weinhandl ist kein Mitläufer. Er ist ein überzeugter und begeisterter Nationalsozialist. Das ist aber nicht das Ende der Aufzählung seines umfangreichen Engagements für den Nationalsozialismus, es ist erst der Anfang.

Der Nationalsozialistische Philosoph und das ‘Ende aller Willkür’

Zwischen 1942 und 1943 stellte der Sicherheitsdienst des Reichsführers SS ein Dossier über die „Philosophie-Professoren im nationalsozialistischen Deutschen Reich“ (PDF) zusammen. Die Professoren wurden in verschiedene Kategorien eingeteilt, die aus Sicht des Nationalsozialismus höchste war die Gruppe V, „Nationalsozialistische Philosophen“, denen bescheinigt wurde, dass sie versuchen eine „nationalsozialistische Philosophie“ aufzubauen.

In diese Gruppe kamen von 91 aufgelisteten Namen elf. Selbstverständlich unter diesen: Ferdinand Weinhandl. Im Dossier wird sein „starker Einsatz für den Nationalsozialismus seit 1933“ festgehalten, aufgrund dessen er u.a. zum Dekan ernannt worden war.

1938 blicke Weinhandl in einem Vortrag auf das Jahr 1933 zurück und stellte die Frage nach den „Grundgedanken“ der nationalsozialistischen Weltanschauung und deren Bedeutung für die Wissenschaft. Dabei seien „nicht Einzelheiten oder bestimmte Lehren, Programme und Ideologien“ das Entscheidende.

„Entscheidend sei vielmehr, daß der Nationalsozialismus‚ eine ganz bestimmte größere Wirklichkeit zum unverrückbaren Ausgangspunkt gemacht‘ und damit ‚aller Willkür ein Ende bereitet‘ habe; er habe jeglichen ‚Relativismus‘, alle ‚freischwebende Autonomie der Wissenschaft‘ und auch den ‚öden Formalismus‘ des Neukantianismus beendet.“

Gegen Ende der 1930er-Jahre wurden an einigen deutschen Hochschulen „Akademien der Wissenschaften des NS-Dozentenbundes“ als „geistige Zentren für die nationalsozialistische Durchdringung der Wissenschaften“ gegründet. Weinhandl wurde Leiter der Akademie in Kiel.

Weinhandls philosophischer Beitrag zum Nationalsozialismus äußerte sich auch in Veröffentlichungen wie „Philosophie – Werkzeug und Waffe“ (1940). Er stellte die Philosophie in den Dienst des Nationalsozialismus und des nationalsozialistischen Kriegs.

Auf der vierten „Reichsarbeitstagung“ des Amtes Schrifttumspflege der Dienststelle Rosenbergs hielt er den Vortrag „Deutschland und die Philosophie des Ostens“. Darin führte er aus:

„,Spaltung des Einheitlichen in einander ausschließende Gegensätze‘: auf diesem Weg hat man den Klassenhaß geschürt und den Klassenkampf in alle Völker getragen. Auf diesem Wege hat man den Blick von den ursprünglichen organischen Einheiten des Lebens, der Rasse, der Gemeinschaft, auf die doch nur scheinbar sich ausschließenden Gegensätze gelenkt und überall Unfrieden gesät. Es ist die Verschwörerformel des Weltjudentums, die in roter Flammenschrift über dem Staate Lenins steht.“

Auch im Amt Rosenberg, als Mitarbeiter des Amtes Schrifttumspflege, und im sogenannten „Kriegseinsatz der Geisteswissenschaften“ war Weinhandl höchst aktiv. Im Rahmen dieser Funktion initiierte und organisierte er unter anderem die Tagung „Europa und die deutsche Philosophie“, die im Oktober 1942 in Nürnberg stattfand. Diese hätte eigentlich das Ziel gehabt, mit Blick auf die „neue europäische Ordnung“, ausländische Philosophen in den „Kriegseinsatz“ zu integrieren.

Trotz Teilnahme von Vertretern des Auswärtigen Amtes, des Propagandaministeriums, der Dienststelle Rosenberg, des Reichsicherheitshauptamtes, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und benachbarter Fachgruppen im „Kriegseinsatz“ war die Konferenz kein Erfolg: Von 35 eingeladenen ausländischen Philosophen kamen am Ende nur sechs und diese hatten teilweise mit massiven Sprachproblemen zu kämpfen. In einem Versuch seine Leistung aufzuwerten berichtete Weinhandl dem Reichserziehungsministerium danach, dass es ihm gelungen war, zwei niederländische Philosophen zu rekrutieren.

1942 erhielt Weinhandl eine Professur in Frankfurt/Main. 1943 wurde er Leiter des Einsatzstabes ,,Bolschewismus“ in Rosenbergs „Wissenschaftlichem Kampf gegen die feindlichen Ideologien“, im selben Jahr wurde er von Rosenberg zudem mit Vorträgen in den besetzten Gebieten Litauen und Lettland beauftragt.

Ferdinand Weinhandl war kein Opportunist, der einfach nur Karriere machen wollte. Sein Engagement ist viel zu umfangreich für so eine Erklärung. Er machte im Nationalsozialismus als Nationalsozialist Karriere. Weinhandl wollte sich nicht einfach mit den herrschenden Nationalsozialisten arrangieren, er war einer der herrschenden Nationalsozialisten.

“Weltversöhnung im österreichischen Sinne”

Im November 1944 erhielt Weinhandl einen Ruf der Universität Graz. Er nahm ihn an und kehrte an seine Alma Mater zurück. Ab diesem Zeitpunkt ist kein Einsatz für den Nationalsozialismus mehr nachweisbar.

Nach der Befreiung war Weinhandl nicht sofort von den Entlassungen im Rahmen der Entnazifizierung betroffen, sondern wurde mit Bewährung auf zwei Jahre und Vorrückungssperre im Lehramt belassen. Im Oktober 1945 suchte er um Nachsicht von der Registrierung ehemaliger NationalsozialistInnen an und begründete dies damit, dass er 1933 zum Eintritt in die NSDAP gezwungen worden sei. Schon damals hätte eine „nicht abreißenden Verfolgungen und Diskriminierungen wegen [s]einer religiösen Haltung […]“ begonnen.“

Im Februar 1946 setzte sich der Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Graz dafür ein, dass es bei der Bewährung bleibt. Mit Bescheid vom 5. Juli 1946 wurde Weinhandl dennoch entlassen. Der Liquidator der Einrichtungen des Deutschen Reiches in der Republik Österreich lehnte seinen Einspruch gegen seine Entlassung ab, da Weinhandels Ausführungen „keine ausreichende Grundlage für eine Abänderung des bezeichneten Entlassungsbescheides“ boten.

Aber Weinhandl profitierte vom Nationalsozialistengesetz 1947. Eine besondere Kennzeichnung der Illegalität war darin nicht mehr vorgesehen. Aufgrund der neuen Rechtslage wurde der Bescheid über seine Entlassung aufgehoben. Nun war er nur noch gemäß dem Beamtenüberleitungsgesetz im Zuge der Liquidierung der Einrichtungen des Deutschen Reiches seines Amtes enthoben, da er nach dem 13. März 1938 angestellt worden war. Er wurde nun nur als „minderbelastet“ eingestuft.

1948 befürwortete die Universität Graz die, auch tatsächlich erfolgte, Wiederverleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an Weinhandl. 1950 übernahm er die Supplierung der vakanten Lehrkanzel für Psychologie. 1952 wurde er zum außerordentlichen Professor für Psychologie und Pädagogik ernannt. 1958 folgte die Ernennung Weinhandls zum ordentlichen Professor für Psychologie und Pädagogik. Seine einschlägigen Schriften waren nach 1945 aus den Grazer Bibliotheken „verschwunden“.

Ferdinand Weinhandels umfangreiches Engagement für den Nationalsozialismus ist klar belegt. Für seine Behauptungen, er sei zum Eintritt in die NSDAP „gezwungen“ und aus religiösen Gründen diskriminiert worden, gibt es keine Grundlage. Zur Zeit seines Beitritts war die NSDAP längst besorgt, keine Mitläufer und Opportunisten aufnehmen zu wollen, im selben Jahr wurde daher überhaupt eine Aufnahmesperre erlassen. Die Idee, dass die NSDAP zu dieser Zeit jemand der nicht nur nicht Mitglied werden wollte, sondern den sie auch noch aus religiösen Gründen verfolgte, zu Mitgliedschaft zwang ist absurd. Auch dass jemand, der für die „Weltanschauliche Schulung“ seiner SA-Standarte zuständig war und beruflich vom außerordentlichen zum ordentlichen Professor (1935) und dann zum Dekan (1936) aufstieg, „verfolgt“ worden sei, ist offensichtlich Unsinn.

Die tatsächlichen Fakten seiner Biografie sind nicht erst in sensationellen Spätfunden Jahrzehnte nach seinem Tod zugänglich geworden. Die Information war zu seinen Lebzeiten immer verfügbar. Wenn man ihm glaubte, ohne nach der Wahrheit zu suchen, tat man dies, weil man es wollte. Damit war Weinhandl kein Sonderfall, im Gegenteil. Die Kontinuität erfolgreicher Karrieren von Nationalsozialisten waren in Österreich der Normalfall.

Unter diesen Verhältnissen gelang es dem engagierten Nationalsozialisten nach 1945, mit einer kurzen Unterbrechung, eine erfolgreiche Karriere zu führen. Er starb 1973 als in Österreich hoch angesehener Wissenschaftler.

Anmerkungen

Meine Beschäftigung mit Ferdinand Weinhandl begann ursprünglich im Rahmen eines Projekts der Studienvertretung Philosophie an der Universität Graz, das sich mit dem Philosophischen Institut zur Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzte. Die Ergebnisse dieser Auseinandersetzung sind auf einer eigenen Website nachlesbar.

Die Universität Kiel hat ihre NS-Vergangenheit in mehreren Projekten und Publikationen aufgearbeitet (z.B. online „„Die Universität Kiel und der Nationalsozialismus“, Weinhandl wird hier explizit als Beispiel nationalsozialistischer Geisteswissenschaftler diskutiert).

Über die von Ferdinand Weinhandl im Rahmen der sogenannten Entnazifizierung vorgelegten „Persilscheine“ ist ein Beitrag im Buch „Die Karl-Franzens-­Universität Graz und der lange Schatten des Haken­kreuzes“ enthalten.

Literatur

Allesch, Christian G.: Weinhandl, Ferdinand, in: Uwe Wolfradt/Elfriede Billmann-Mahecha, Armin Stock (Hg.), Deutschsprachige Psychologinnen und Psychologen 1933–1945, Wiesbaden 2015.
Binder, Thomas/Reinhard, Fabien/Höfer, Ulf/Valent, Jutta (Hg.): Bausteine zu einer Geschichte der Philosophie. Bausteine zu einer Geschichte der Philosophie an der Universität Graz, Amsterdam, New York 2001.
Dahms, Hans-Joachim: Philosophie, in: Frank-Rutger Hausmann, Die Rolle der Geisteswissenschaften im Dritten Reich 1933–1945, München 2002.
Fischl, Johann: Ferdinand Weinhandl. Lebensweg und geistige Entwicklung, in: Robert Mühlher/Johann Fischl (Hg.), Gestalt und Wirklichkeit. Festgabe für Ferdinand Weinhandl, Berlin 1967.
Hoeres, Peter: Ein dreißigjähriger Krieg der deutschen Philosophie? Kriegsdeutungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg, in: Bruno Thoß/ Hans-Erich Volkmann (Hg.), Erster Weltkrieg – Zweiter Weltkrieg. Ein Vergleich, Paderborn 2002.
Kapferer, Norbert: Die Nazifizierung der Philosophie an der Universität Breslau, 1933–1945, Münster, Hamburg, Berlin, London 2001.
Korotin, Ilse: Deutsche Philosophen aus der Sicht des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS, Dossier: Ferdinand Weinhandl, in: Carsten Klingemann/Michael Neumann/Karl-Siegbert Rehberg/Ilja Srubar/Erhard Stölting (Hg.), Jahrbuch für Soziologie-Geschichte 1997/98, Opladen 2001.
Leaman, George/Simon, Gerd: Deutsche Philosophen aus der Sicht des Sicherheitsdienstes des Reichsführers SS, in: Carsten Klingemann/MichaelNeumann/Karl-Siegbert Rehberg/Ilja Srubar/Erhard Stölting (Hg.), Jahrbuch für Soziologiegeschichte 1992, Opladen 1994.
Leaman, George: Philosophy, Alfred Rosenberg and the Military Application of the Social Sciences, in: Jahrbuch für Soziologiegeschichte Carsten Klingemann/MichaelNeumann/Karl-Siegbert Rehberg/Ilja Srubar/Erhard Stölting (Hg.), Jahrbuch für Soziologiegeschichte 1992, Opladen 1994.
Michalski, Makr: Der Gang des deutschen Denkens. Versuche und Programme nationaler Philosophiegeschichtsschreibung von der Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert, Würzburg 2010.
Misch, Carsten/Cornelißen, Christoph: Kiel, in: Julius H. Schoeps/Werner Tress (Hg.), Orte der Bücherverbrennungen in Deutschland 1933, Hildesheim 2008.
Oexle, Otto Gerhard: „Wirklichkeit“ – „Krise der Wirklichkeit“ – „Neue Wirklichkeit“. Deutungsmuster und Paradigmenkämpfe in der deutschen Wissenschaft vor und nach 1933, in: Frank-Rutger Hausmann (Hg.), Die Rolle der Geisteswissenschaften im Dritten Reich 1933–1945 (Schriften des Historischen Kollegs 53), München 2002.
Weinhandl, Ferdinand: Deutschland und die Philosophie des Ostens, in: Hans Hagemeyer (Hg.), Europas Schicksal im Osten. 12 Vorträge der vierten Reichsarbeitstagung der Dienststelle für Schrifttumspflege bei dem Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und weltanschauliche Erziehung der NSDAP, Schriftenreihe der Bücherkunde 4, Hirt, Breslau 1938.
Weinhandl, Ferdinand: Philosophie – Werkzeug und Waffe, Wachholtz, Neumünster 1940.
Weiß, Edgar: Zur Pädagogik an der Kieler Universität im „Dritten Reich“, in: Hans-Werner Prahl (Hg.), Uni-Formierung des Geistes. Universität Kiel im Nationalsozialismus 1, Kiel 1995.

Quellen:

Stadtarchiv Graz, Entnazifizierungsakt Weinhandl Ferdinand.
Universitätsbibliothek Graz, Nachlass Weinhandl Ferdinand.
Universitätsarchiv Graz, Personalakt Weinhandl Ferdinand.

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