Die Menschenwürde, ein irrationales Tabu?

Nein, lautet die Antwort die Heiner Bielefeldt, Leiter des Deutschen Instituts für Menschenrechte, auf diese Frage gibt. Aktuell tut er dies in der Studie „Menschenwürde. Der Grund der Menschenrechte“ (PDF). Die aus Anlass des 60. Jahrestags der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und des 60. Geburtstags des deutschen Grundgesetzes erschienene Studie ist eine interessante Einführung in das Thema.

Wie der Autor im Vorwort ausführt, ist die Idee der Menschenwürde als Basis aller Menschenrechte in der Ethik und Rechtsphilosophie umstritten, Fakt ist aber, dass die Idee gerade für Deutschland zentral ist, weil das gesamte Grundgesetz darauf aufbaut. Zwar hinterlässt die Studie bei mir etwas dass Gefühl, auf allerlei politische Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen und kann die oben erwähnte Kritik mangels Beschäftigung mit ihr nicht entkräften. Aber es geht wohl auch nicht um einen philosophischen Meilenstein, sondern um ein politisches Symbol. Die Suche nach einem letzten Grund der Menschenrechte ist wichtig, aber realpolitisch weit wichtiger ist es, sich zu ihnen zu bekennen und sie einzuhalten.

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