Die bürgerliche Partei

Die typischen Grünen sind in Österreich jünger und besser gebildet als der Durchschnitt der Bewohner des Landes. Die typisch grün Wählenden sind daher auch weniger von materieller Armut bedroht, als der Durchschnitt in Österreich.
Das macht die Grünen, genau genommen, zu einer bürgerlichen Partei. Wenn der Begriff „bürgerlich“ überhaupt einen Sinn haben soll, dann muss er sich auf die Sozialstruktur beziehen – er steht also im Gegensatz zu proletarisch oder bäuerlich. Keine andere der österreichischen Parteien hat einen so geringen Anteil an Arbeitern – und der Anteil der Bauern ist bei den Grünen jedenfalls signifikant geringer als bei der ÖVP. Dazu kommt die Bildungsstruktur: Nach Maßstäben einer leistungs- und nicht herkunftsbezogenen Gesellschaft ist höhere Bildung eine bürgerliche Qualität.

Pelinka, Anton: Nach der Windstille. Wien, 2009 S. 124

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