Knapp kommentiert

Darum müssen Junge und Gesunde das Coronavirus ernstnehmen

Betriebsurlaub, Uni fällt aus, Home-Office hat keine fixen Zeiten, Lokale schließen. Viel Downtime. Zeit genug endlich wieder einmal Oma und Opa zu besuchen. Drei Wochen später sind Oma und Opa tot.

Die brutale Wahrheit der COVID-19 Pandemie ist, dass Junge und Gesunde zwar auch schwer erkranken können. Viel wahrscheinlicher ist aber, dass sie die Krankheit weiterverbreiten und damit zu Menschen bringen, die dann daran sterben können.

Das Risiko als junger und gesunder Mensch schwer zu erkranken ist relativ gering. Aber was ist mit dem Risiko, dass du vielen Menschen den Tod ins Haus bringen könntest? Auch wenn dein Immunsystem die Krankheit aushält gibt es viele Risikogruppen, die das nicht schaffen. Wirklich viele!

Du könntest ganz schön viele in Gefahr bringen

Halte einmal kurz die Luft an und denk an alle Leute über 65, die du kennst. Beim Ausatmen stell dir vor, dass die alle in überfüllten Krankenhäusern verrecken, ohne dass du sie sie auch nur ein letztes Mal sehen könntest. Das klingt brutal, weil es brutal ist. So sieht die Realität aus, wenn sich das Coronavirus ungebremst verbreitet.

Alle ältere Menschen sind gefährdet. Aber sie sind bei weitem nicht die einzige Risikogruppe. An Leute die Chemotherapie machen hast du gedacht, klar. Die müssen sich isolieren. Aber was ist mit Menschen die Rheuma haben? Rheuma? Ja, richtig. Rheuma ist eine Autoimmunerkrankung. Dagegen müssen manche Leute Immunsuppressiva nehmen. Das sind Medikamente, die absichtlich das Immunsystem schwächen. Es gibt noch eine Menge anderer Autoimmunerkrankungen, daher nehmen viele Menschen Immunsuppressiva. Wenn ein gefährliches Coronavirus umgeht, wird das geschwächte Immunsystem buchstäblich zur Lebensgefahr.

Du kennst sicher jemand mit Asthma, oder? Vielleicht auch jemand der Dialyse machen muss. Und sicher kennen wir alle Leute mit Diabetes. Solche Erkrankungen machen den Verlauf von COVID-19 schlimmer. Menschen mit Nierenversagen, Diabetes oder chronische Herz-, Atemwegs- oder neurologische Erkrankungen sind durch das Coronavirus auch besonders gefährdet.

Nimm das Coronavirus ernst

Was die lange Liste an besonders Gefährdeten mit Jungen und Gesunden zu tun hat? Die Risikogruppen sind großteils schlau oder krank genug, um sich sozial zu isolieren. Die Ansteckungsgefahr geht von Besuchen aus, von Verwandten und Bekannten, von Leuten, die nur mal Hallo sagen.

COVID-19 ist gefährlich als die Grippe. Es gibt keine Impfung und es gibt keine Medikamente. Die derzeit noch niedrigen Zahlen an Ansteckungen verführen zu falscher Sicherheit. Aber wenn man sich anschaut wie die Tendenz ist, kann man sich vorstellen, wohin die Reise geht.

Wir werden frühestens in 14 Tagen sagen können, ob die Maßnahmen in Österreich greifen. Wenn nicht werden zu diesem Zeitpunkt die Intensivstationen bereits voll sein. Darin liegt die größte Gefahr. Viele Menschen könnten COVID-19 überleben, wenn sie gute medizinische Versorgung bekommen. Aber wenn alle auf einmal krank werden, kann nur ein Bruchteil der Menschen versorgt werden. Krankenhäusern gehen buchstäblich die Betten aus. Vom Personal ganz zu schweigen.

COVID-19 ist eine tödliche Krankheit. Aber mit der richtigen Versorgung überleben die allermeisten Menschen. Nur reichen die Kapazitäten der Spitäler nicht aus, wenn zu viele Menschen zugleich erkranken. Deshalb muss die Verbreitung der Krankheit unbedingt verlangsamt werden. Das ist der Punkt dieser inzwischen weitverbreiteten Grafik.

Auch wenn es dir nichts ausmacht krank zu werden, auch wenn du keine Angst vorm Coronavirus hast, auch wenn du Masochist bist und dir gern die Lunge aus dem Leib hustest. Nur durch soziale Isolation kannst du verhindern, dass du anderen Menschen buchstäblich den Tod ins Haus bringst. Die Liste der besonders gefährdeten Menschen ist lang. Sehr lang. Du kennst sicher Menschen, für die COVID-19 lebensgefährlich sein könnte. Deshalb musst du die Krankheit ernstnehmen, auch wenn du selber unverwundbar bist (oder dich zumindest so fühlst).

Soziale Distanz
Du solltest nur persönliche Kontakte haben, die unbedingt notwendig sind und ansonsten chatten, telefonieren, etc. Alle können so einen einfachen aber wertvollen Beitrag im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus leisten.

Coronavirus/COVID-19
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Bilder: NIAID (CC BY); Siouxsie Wiles and Toby Morris (CC BY-SA)

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