Wem schadet das LiF?
Seit bekannt wurde, dass das LiF bei der kommenden Nationalratswahl antreten will, frage ich mich, wem das LiF Stimmen kosten wird? Am allerwenigsten wohl KPÖ (ok, das ist marginal), BZÖ (naja, nicht wirklich marginal) und FPÖ (stark und immer stärker). Ob jetzt SPÖ (gesellschaftsliberal) oder ÖVP (wirtschaftsliberal) mehr Stimmen einbüßen, vermag ich nicht zu sagen. Das wird sich wohl aus dem Zusammenspiel der Positionierungen der Parteien im Wahlkampf ergeben. Das größte Problem mit der Kandidatur dürften aber die Grünen haben. Alt und langweilig sind sie eh schon, und jetzt wird ihr zweites Standbein neben den Ökos, nämlich die BoBos plötzlich von einer weiteren Partei gelockt.
Ob der relativ großen Anzahl von Parteien die antreten (wollen) denke ich mir, dass die ersten Kommentare die vor einer “Italienisierung” der österreichischen Innenpolitik warnen (oder ob deren Fortschreiten in blinde Panik verfallen) nicht lange auf sich warten lassen werden.
Neuwahlen: Neuwalblog
Bereits am 10. Juli ging Neuwal online. Neuwal? Das ist
ein Blog zur Nationalratswahl 2008. Bei Neuwal gehts im Meinungen, Eindrücke. Was tut sich, was fällt auf - positiv oder negativ. Was tut sich im Web. Wie agieren die Parteien.
Bilder, Interviews, Videos, Plakate, Stimmungen und Meinungen.
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Neuwal erscheint mir ein ehrgeiziges aber realistisches Projekt der Betreiber zu sein. So gibt es bereits ein Interview mit Eva Lichtenberger von den Grünen, die zuletzt durch ihre Web 2.0-Aktivitäten aufgefallen ist, und Interviewzusagen von dem allgegenwärtigen Politikwissenschaftler Peter Filzmaier, den Grünen, der KPÖ und der FPÖ (laut twitter).
Sehr nützlich fand ich auch die Übersicht über die Blogs der Parteien, und den “Kalender mit allen Terminen rund und die Nationalratswahl 2008“, der mir die Arbeit abnahm, dies alles einzutragen.
Meine Empfehlung: Fügen Sie Neuwal dem Feedreader Ihrer Wahl hinzu oder besuchen Sie das Blog täglich.
Die Homepage des Dr. Dabic
Juli 23, 2008 by Thomas
Gehört zu Andersartig
Nachdem ich einem Fake aufgesessen bin, hier nun ein Link zum “Standard“. Dort wird über die Homepage von Dr. Dragan David Dabic alias Radovan Karadzic berichtet.
Die Homepage von Radovan Karadzic alias Dragan Dabic
Juli 23, 2008 by Thomas
Gehört zu Andersartig
Karli (Twitter) hat sie gefunden: dragandabic.com
Gibt nicht sonderlich viel her, außer einer kurzen Biografie, laut der Dr. Dragan Dabic die Zeit des Zerfalls von Jugoslawien in China verbracht hat. Und “10 favorite ancient Chinese proverbs as selected personally by Dr. Dabic”
Update: Ist ein Fake, wie auch Zwischenrufer richt anmerkt. Meine Quelle ist sogar besser, der BILDBlog.
Die WHOIS-Abfrage hätte ich auch machen müssen, schwerer Fehler, sorry.
SoundCloud - Einladungen
Juli 21, 2008 by Thomas
Gehört zu Andersartig
netzwertig berichtet über SoundCloud:
Bei SoundCloud treffen sich unabhängige Musiker und Freunde urbaner Klänge. Zahlreiche neue, innovative Funktionen unterstreichen das große Potenzial des Berliner Startups mit internationalen Ambitionen.
Soweit ich das sehe, ist SoundCloud immer noch in der geschlossenen Betaphase. Als Teilnehmer daran, kann ich drei weitere Menschen einladen. Wer Interessen hat, einfach ne Mail an quitzlipochtli at feuerhaken dot org schreiben, oder einen Kommentar hinterlassen.
Faymann ist nicht der Sohn von Hans Dichand
Zu dieser Klarstellung sah sich der “Sehr geehrte Herausgeber” laut “Standard” veranlasst, da eben diese uneheliche Vaterschaft “verschiedentlich behauptet” werde, “sogar über die Österreichs Grenzen hinaus”. Mir ist diese Behauptung noch nie unterkommen. Merkwürdig, aber lustig wäre es schon…
Kein Nachruf auf Alfred Gusenbauer
Österreich nimmt das Ende der Kanzler-Ära Gusenbauer gelassen, und die NZZ berichtet sehr intelligent darüber:
Gegen die Kanzler der letzten Jahrzehnte, gegen Viktor Klima, Franz Vranitzky oder Wolfgang Schüssel, gab es in Österreich eine gut aufgestellte Eingreiftruppe von Intellektuellen, die mit Argwohn und scharfen Worten jeden Schritt der Politik begleiteten. Zu Wolfgang Schüssel hat Robert Menasse noch ein ganzes Theaterstück mit dem Titel «Das Paradies der Ungeliebten» geschrieben, doch bei Alfred Gusenbauer, der seit dem Antritt der Kanzlerschaft im Januar 2007 nur 543 Tage im Amt war und der sich nach der Wahl im September aus der Innenpolitik zurückziehen wird, gibt es bis jetzt nicht einmal einen Nachruf.
Der Artikel kann aber noch weit mehr - Prädikat lesenswert!
Sommerakademie Tag 3
Ueli Mäder von der Universität Basel eröffnete den zweiten vollen Tag der Sommerakademie mit seinem Vortrag zum Thema „Globale soziale Ungleichheit versus Verteilungsgerechtigkeit. Zur Interdependenz von Armut und Krieg“.
Claudia Haydt, Soziologin und Religionswissenschafterin aus Tübingen, hielt im zweiten Teil des Vormittagsprogramms einen Vortrag zum Thema „Armut, Ressourcen und Konfliktdynamik“. Sie versuchte das Publikum mit folgendem Umfrageergebnis einzustimmen: Bei einer Umfrage der deutschen Bundeswehr hatten 68 % der Befragten folgendem Satz, laut Haydt gegen die Intention der Befrager, zugestimmt: „Konflikte innerhalb eines Staates oder zwischen Staaten lassen sich immer mit friedlichen Mitteln lösen.“
Wer fürchtet sich vor Hans Dichand?
Hans Dichand, 84 Jahre alt, ist nun, glaubt man einigen kritischen bis hysterischen Stimmen, in seiner neuen Funktion als SPÖ-Chefideologe auch Schattenkanzler der Republik. Denn gegen Dichand könne man keine Politik machen, zu groß sei seine Macht. Es war ja auch seine Freundschaft zum „sehr geehrten Herausgeber“, die im Streit um den SPÖ-Vorsitz ein immer wieder genanntes Argument für Werner Faymann war. Und die „Krone“ versucht nach Kräften, Faymann zu unterstützen. Heute etwa reimt Wolf Martin folgendes in den Wind:
Der Werner Faymann, wie ich seh,
bringt frischen Wind in die SP.
Für manchen EU-ergebenen Wurm
ist es ein sehr zuwidrer Sturm.
Wie sieht es aber mit den Auswirkungen aus, die die Gedichte, Kommentare und Leserbriefe haben? Wolfang Schüssel hat sich mit Dichand angelegt, es hat im kurzfristig nicht geschadet, er gewann die Wahl 2002 in einem lange nicht dagewesenen Triumph. Allerdings könnte, nach dem Motto „steter Tropfen höhlt den Stein“ die Krone zu den sinkenden Beliebtheitswerten des „Schweigekanzlers“ und zur überraschend verlorenen Wahl 2006 entscheidend beigetragen haben.
Die schlechten Werte die die Europäische Union in Österreichs Bevölkerung hat werden zu einem großen Teil der „Krone“ zugeschrieben, doch es ist genauso denkbar, dass die „Krone“ nur auf einen fahrenden Zug aufgesprungen ist, und ob der schon hohen Abneigung gegen die EU bloß auf hohe Auflagen schielt.
Ich glaube, dass die Macht der „Krone“ überschätzt wird. Dennoch, durch ihre große Reichweite hat sie sicher Einfluss auf mittel- und langfristige Bewusstseinsbildung. Deshalb wird sich wohl die Zustimmung zur EU nicht nennenswert ändern, solange die „Krone“ dagegen trommelt. Außer die EU würde sich plötzlich besser verkaufen, ein Job den die Verantwortlichen bisher denkbar schlecht gemacht haben. Jedenfalls aber ist die Courage die Wolfgang Schüssel oder aktuell Ursula Plassnik gezeigt haben begrüßenswert.
Ursula Plassnik schreibt der Krone…
In einem Offenen Brief an Hans Dichand stellt Außenministerin Ursula Plassnik ihre Sicht der Dinge dar. Dabei geht es um ein “unmoralisches Angebot”, das Dichand ihr gemacht habe, aber vor allem darum, ob eine Volksabstimmung über den Vertrag von Lissabon oder zukünftige EU-Verträge sinnvoll wäre oder nicht. Ursula Plassnik argumentiert nicht besonders basisdemokratisch, aber weit vernünftiger als die Krone. Außerdem hat das Außenministerium ein schönes Schmankerl ausgegraben und neben diesem Offenen Brief veröffentlicht: Ein Artikel aus der “Kronen Zeitung”, datiert mit 1. Jänner 1994, mit dem Titel “Blick nach vorn!” in dem cato, alias Hans Dichand, klar pro EU (Beitritt) argumentiert. Der Ausschnitt verdient Verbreitung…





