Männerpartei Österreich

September 19, 2008 by Thomas  
Gehört zu Politik

Ich habe mich mal kurz mit einem Blog über “Society, Sex und Sexismus” unter der Domain Sexismus.org versucht, das Projekt mangels Zeit aber zugunsten von Feuerhaken gleich wieder eingestellt. Für Sexismus.org habe ich aber ein kurzes E-Mail-Interview mit der Männerpartei geführt, über die ich nun auf Politik-Forum.at wieder gestolpert bin. Dort werben sie für ihre Wählerberatung bei der Mann vier Fragen beantwortet (Alter, Arbeit, Familiensituation, Idealvorstellung der Familiensituation). Hat man sich so in eine Gruppe eingereiht, teilt einem das Ergebnis mit, wie gut/schlecht einen die bei der Nationalratswahl kandidierenden Parteien nach Meinung der Männerpartei vertreten. Mich würden übrigens LiF (plus 5) und die Christen (plus 2.5) am besten vertreten.

Hier nun das Interview vom 31. August 2008. Die Antworten übermittelte mir der Vorsitzende der Männerpartei, Oliver Peter Hoffmann.

Feuerhaken: Hat ihr Parteitag wie geplant am 30. August stattgefunden und was wurde beschlossen?

Hoffmann: Ja, der Parteitag hat wie geplant stattgefunden. Es wurde unter anderem ein Fragenkatalog beschlossen, der den Spitzenkandidaten der wahlwerbenden Gruppierungen für die kommende Nationalratswahl vorgelegt werden soll, des weiteren wurden Schritte zur Öffentlichkeitsarbeit und die Vorbereitung eines Wahlkampfs besprochen.

Einige Parteien haben eine mind 50 % Frauen-Quote. Die SPÖ hat eine Quote nach der mind. 40 % eines Geschlechts im Nationalrat sitzen soll. Begrüßen Sie diesen Schritt, oder sind sie generell gegen Quoten?

Die Männerpartei lehnt jegliche Quotenregeln ab, siehe dazu
http://maennerpartei.at/de/node/31

Wie stehen sie zum Feminismus allgemein und wie stehen sie zu Errungenschaften des Feminismus, wie etwa der Straffreiheit von Abtreibungen innerhalb der ersten drei Monate, konkret?

Es gibt so viele unterschiedliche Meinungen darüber, was “Feminismus” eigentlich bedeutet, dass es unseriös wäre, eine allgemeine Qualifizierung abzugeben. Zur Frage des Schwangerschaftsabbruchs muss man feststellen, dass die Rechte von drei beteiligten Personen betroffen sind: Vater, Mutter und Kind. Eine faire Regelung müsste die Rechte aller drei beteiligten Personen berücksichtigen, und es müsste sichergestellt werden, dass jede Entscheidungsfreiheit auch mit einer entsprechenden Verantwortung verknüpft ist. In diesem Bereich ist vieles noch unvollständig, ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum selbstbestimmten Leben für Männer wäre die freiwillige Kindesanerkenntnis nach französischem Vorbild
http://maennerpartei.at/de/node/26

Gibt es Feministinnen bzw Strömungen des Feminismus, mit denen Sie “etwas anfangen können”?

Ich persönlich habe einige Bücher in meiner Bibliothek, deren Autorinnen von sich selbst behaupten, Feministinnen zu sein. In vielen dieser Bücher gibt es interessante Denkansätze. Allerdings beschäftigt sich die Männerpartei nicht mit ideologischen Strömungen innerhalb des Feminismus, sondern mit konkreten politischen Anliegen der Männer in Österreich und in Europa.

Warum sollte eine Frau die Männerpartei wählen bzw. setzen sie sich für Männer, oder für Gleichberechtigung ein?

Die Männerpartei setzt sich vor allem für die Anliegen der Männer ein, weil diese Anliegen von keiner anderen politischen Gruppierung vertreten werden. Die Anliegen der Männer werden nur dann konstruktiv berücksichtigt werden, wenn die Männer einmal für sich selbst sprechen. Mit einer starken politischen Vertretung für Männer werden aber alle gewinnen: Männer, Frauen, Kinder, und die Gesellschaft im Allgemeinen. Konkrete Beispiel dafür sind: Mütter von Söhnen haben gute Gründe, sich um die Zukunft ihrer Kinder Sorgen zu machen, eine Gesellschaft, in der Frauen und Männer tatsächlich gleichberechtigt sind, liegt auch im Interesse dieser Mütter. Eine menschenwürdige Behandlung der unverheirateten oder geschiedenen Väter liegt auch auch im Interesse der Grossmütter, oft genug leiden Grossmütter heute darunter, dass sie plötzlich den Kontakt zu ihren Enkelkindern verlieren. Eine weitere Gruppe von Frauen, die unter der Benachteiligung der Väter leidet, sind die neuen Partnerinnen von getrennten oder geschiedenen Vätern, sie haben ebenfalls gute Gründe, für eine echte Gleichberechtigung und daher für die Männerpartei zu stimmen. Jede Frau, die eine stabile Familie gründen will, muss ein Interesse daran haben, dass die Männer wieder Mut zum Kind haben. Die allermeisten Frauen haben kein Interesse an einer immer weiter verschärften Feindseligkeit zwischen Frauen und Männern, und diese Feinseligkeiten können nur beendet werden, wenn Regeln gefunden werden, mit denen beide Geschlechter leben können. Und letztlich wird jede Frau, die ein Interesse an einer menschenwürdigen Gesellschaft hat, verstehen, dass es nur eine Partei gibt, die sich ohne Kompromisse für den demokratischen Grundwert der individuellen Gleichberechtigung einsetzt, und das ist die Männerpartei.

Die Satzung ist inzwischen online abrufbar. Darin heißt es “die Mitglieder sind Männer” - Geschlechtertrennung die die deutsche Frauenpartei schon hinter sich gelassen hat (auch wenn Männer dort “Mitfrauen” werden können, Glied, das böse Wort…)