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May 21 2011

Meine SPÖ

Posted by Admin
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Die Politik der SPÖ ist auf den meisten Ebene nicht das, was ich unter sozialdemokratisch verstehe, viel eher entspricht sie dem Gegenteil davon. Niemand sagt, dass es keine Kompromisse geben soll, aber was unter Franz Voves in der Steiermark und Werner Faymann auf Bundesebene passiert, ist etwas ganz anderes.

Es sind die Aushöhlung der Sozialdemokratie, der Verrat an ihren Idealen, das Ersetzen von Inhalten durch Schlagwörter und Events, das Befolgen neoliberalen Dogmen, das widerstandslose Umfallen vor den reaktionären Kräften in der ÖVP, das Schielen nach rechts, etc. die mich aus der SPÖ treiben. Und wenn es in anderen Parteien nicht besser ist, dann hat das keine Bedeutung, dann ist das keine Rechtfertigung, es kann nicht der Anspruch der Sozialdemokratie sein, einfach nicht noch schlechter als andere zu sein. Und doch ist das alles was die SPÖ schafft. Wenn überhaupt.

Das österreichische Fremdenrecht und sein Vollzug sind menschenrechtswidrig, wenn nicht juristisch, dann zumindest moralisch. Gleiches gilt für das in der Steiermark eingeführte und vom Bund nicht beeinspruchte totale Bettelverbot. Beides trägt die Handschrift der SPÖ.

Ich bin es leid mich dafür zu schämen, was eine Organisation deren Mitglied ich bin, tut. Ich bin es leid zu versuchen an das „ohne uns wäre das alles noch viel schlimmer“ zu glauben – war die Sozialdemokratie nicht einmal für eine bessere Zukunft, statt für eine „weniger schlechte“ Gegenwart?

Ich habe eine starke Bindung an die Partei, und es tut mir im Herzen weh, aber als linker Sozialdemokrat sehe ich keinen Platz in der SPÖ für mich. Und ich frage mich, wie ich damit umgehen soll…

Tags: Demokratie, Gewissen, Linke, Menschenrechte, Moral, ÖVP, Sozialdemokratie, SPÖ, Steiermark, Werner Faymann
 

Comments (7)

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  1. Franz Joseph, May 21, 2011
    "Und ich frage mich, wie ich damit umgehen soll…" - Austreten wäre schon mal eine erste gute Möglichkeit. Ich kann deine Worte gut nachvollziehen. Mir ist es 2007 ähnlich ergangen; hatte das Verteidigen der Partei, das Mit-Bauchweh-Wählen, ... satt. Reply
  2. phom, May 22, 2011
    Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder Sie treten aus und beteiligen sich in einer Partei, die Ihren Erwartungen eher entspricht, oder Sie bleiben mit Bauchweh und mit dem Gedanken, Sie könnten die Partei in irgendeiner Weise von innen reformieren. Meiner bescheidenen Ansicht nach ist diese Partei resistent gegen gut gemeinte Ratschläge aus der Bevölkerung; womöglich haben sie die falschen Berater, womöglich sind ihre Berater zugleich ihre Geldgeber und man beißt nicht in die Hand, die einen füttert und schon gar nicht in eine Hand, von deren Almosengaben man abhängig ist. Diese Partei ist nicht dabei, ihr eigenes Grab zu schaufeln, sie hat es nämlich längst ausgehoben. Sogar der Grabstein ist bestellt, es muss nur noch das Todesdatum eingemeißelt werden. In dieser Partei wird offenkundig erst ein Umdenken stattfinden, wenn sie in der Bedeutungslosigkeit zu versinken droht. Man sollte ihr diese Chance gewähren. Reply
  3. AKTIVE ARBEITSLOSE, May 22, 2011
    Zur Erhöhung des Bauchwehs sei auch auf die Mogelpackung"Mindestsicherung" verwiesen, die ja auch eine wesentliche Verstärkung der Überwachung und des Drucks auf die Unterschicht bedeutet (Sanktionen des AMS schlagen sich nun de facto automatisch auf die Mindestsicherung durch!). Im roten Wien und in der rotschwarzen Steiermark wurde übrigens verfassungswidrigerweise die aufschiebende Wirkung von Berufungen gegen Bescheide über Bezugskürzungen und -einstellungen verweigert auf daß sich noch weniger Menschen gegen die Obrigkeit auflehnen Mehr zur Mogelpackung Mindestsicherung: http://www.aktive-arbeitslose.at/mindestsicherung Tipp: Eine vernünftige fortschrifttliche/emanzipatorische Partei gründen - in Österreich leider eher ein hoffnungsloses Unterfangen .... Reply
  4. dennis, June 14, 2011
    Ach Genosse bleib stark, unser Zeil darf es nicht sein den linken Flüger zu schwächen indem noch mehr davon austreten sondern ihn zu stärken. Versuch soviel wie möglich Sozialisten zum Eintritt in die SPÖ zu bewegen und dann zu hoffen dass sie nach links kippt. Reply
  5. Horst Piwonka, August 6, 2011
    Hey, Kommunist. Deine SPÖ ist seit 1998 wieder für die Erhaltung von Staatsbetrieben. Das kostet den Steuerzahler jährlich Milliarden. Wer fragt die Steuerzahler ob sie das wollen? Wie kann man die Frechheit besitzen rd. 4 Mio. Erwerbstätige bzw. Arbeitnehmer dazu zu nötigen diese Irrwirtschaft mitzufinanzieren? Das soll demokratisch sein? Arbeitenden Menschen dazu zu nötigen noch mehr Ihrer Lebenszeit in der Arbeit zu verbringen um den "Sozialstaat" zu finanzieren? Wir haben eine Abgabenquote von weit jenseits der 50% - das bedeutet das man von 160 Stunden monatl. mehr als 80 in der Arbeit verbringt um die "sozialdemokratische Politik" die hiezulande praktiziert wird zu finanzieren. Häupl verfeuert 1,5 Mrd. aus der AVZ Stiftung an Aktien und privatisert die 20 Mio. die übrig bleiben in seinem Namen - STEUERGELDER die der Allgemeinheit gehören werden mal einfach so der SPÖ überschrieben - und glztg. wagt es dieses Cretain in Wien die Gebühren zu erhöhen! Die Linzer Stadtregierung verhökert 400 Mio. Euro in Währungswetten gegen den Schweizer Franken... weisst du was man mit 400 Mio. Euro alles machen kann, Communista? Vielleich denkst du ja auch mal daran dass das Geld das die heilige Sozialdemokratie verbrennt unsere Steuergelder sind , Gelder für die ALLE in diesem Land arbeiten müssen, wenn du einen richtigen Beruf gelernt hast - Punk. Reply
  6. Sozialstaatfähn, August 8, 2011
    "Ich bin es leid mich dafür zu schämen, was eine Organisation deren Mitglied ich bin, tut. Ich bin es leid zu versuchen an das „ohne uns wäre das alles noch viel schlimmer“ zu glauben – war die Sozialdemokratie nicht einmal für eine bessere Zukunft, statt für eine „weniger schlechte“ Gegenwart? Ich habe eine starke Bindung an die Partei, und es tut mir im Herzen weh, aber als linker Sozialdemokrat sehe ich keinen Platz in der SPÖ für mich. Und ich frage mich, wie ich damit umgehen soll…" Thomas, offen gestanden verstehe ich dein Problem nicht ganz. Ihr habt doch in Graz diesen Gerald Kaltenegger, der als Stadtrat, soweit ich das aus der Ferne mitbekommen habe, eine "ehrliche linke Politik" zu machen versucht. Wäre es da nicht naheliegend, dich mit diesem Mann zu verbünden? Er hat ja nach seinem schönen Erfolg im Grazer Stadtparlament versucht, auch auf Landesebene zu punkten, aber seine Kampfgefährten haben offenbar bei weitem nicht jene Glaubwürdigkeit mitgebracht, die einen deutlichen Zuspruch der Wähler rechtfertigen würde. Mit deinem Idealismus könntest du mehr Glaubwürdigkeit einbringen, und so meiner Meinung nach eine wertvolle Ergänzung für diesen Mann darstellen. Hast du an diese Möglichkeit schon einmal gedacht? Dass der Kaltenegger unter der Flagge "KPÖ" segelt, das sollte doch nebensächlich sein, wenn es dir um ehrliche linke Politik geht. Reply
  7. Sozialstaatfähn, August 8, 2011
    Korrektur: Ich meinte natürlich den Ernest Kaltenegger ! Reply

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