ER wurde gewählt!

Barack Hussein Obama, erst seit 2004 in der Bundespolitik der USA präsent, hat die Präsidentschaftswahlen in den USA gewonnen. Nachdem die ersten Ergebnisse nach 01:00 Uhr (CET/MEZ) noch recht knapp waren, sagten die großen Nachrichtensender bald voraus, das Obama Pennsylvania gewonnen hat. Dieser Staat zählte zwar nicht unmittelbar zu den “Battleground-States” (Florida, Ohio, Indiana, Missouri und North Carolina), es wurde aber im Rennen um die 21 Wahlmänner ein knappes Ergebnis erwartet (letztlich erhielt Obama 54 % und McCain 44 %). Als sich dann abzeichnete dass Obama auch Ohio gewinnt, begann man auf ABC-News bereits darüber zu diskutieren, dass McCain nun wohl California gewinnen müsse, wenn er die Wahl noch gewinnen wolle. Das war wie erwartet nicht der Fall, und so prognostizierten nach dem Schließen der dortigen Wahllokale CNN, Fox-News und ABC-News das Barack Obama die Wahl gewonnen hat.

Die Auszählung der Stimmen ist noch nicht ganz abgeschlossen, die “Battleground-States” Indiana, Missouri und North Carolina sind noch “to close to call”. Florida geht wie Ohio an Obama. Damit hält er momentan bei 338 Wahlmännern, McCain bei 161, 39 sind noch zu vergeben. Präsident wird wer mehr als 270 Wahlmänner hat. Obama erhielt 62.450.831 Stimmen, McCain 55.393.194.

Neben dem Präsidenten wurden auch einige Senatoren und Mitglieder des Repräsentantenhauses gewählt. Sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus verfügen die Demokraten nun über eine absolute Mehrheit. Im Senat verfügen sie über 56 (+5) Sitze, die Republikaner über 41 (-5), 3 sind noch offen. Damit bleibt den Republikaner die Möglichkeit der “Filibusterei“, d.h. die Demokraten müssen mit ihnen zusammenarbeiten. Im Repräsentantenhaus führen die Demokraten mit 252 (+18) zu 173 (-18) bei 10 noch zu vergebenen Sitzen (Alle Angaben New York Times, Stand 09:01 Uhr Ortszeit, das ist 15:01 Uhr CET/MEZ).

Die Reaktionen auf die Wahl Obamas sind euphorisch. Nicht nur bei den begeisterten Zuhörern von Obamas Siegesrede und den Demokraten. In Europa scheint die Wahl Obamas als so eine Art Entschuldigung für die 8 Jahre Bush wohlwollend angenommen zu werden. Auch der Iran begrüßt den Sieg Obamas, hätte er doch bei einem Präsidenten McCain wesentlich wahrscheinlicher mit einem Angriff der USA rechnen müssen. Auch die “Rassenfrage” wurde in einigen Medienkommentaren geradezu euphorisch thematisiert bzw. vom Tisch gewischt. Die New York Times titelt “Racial Barrier Falls in Heavy Voter Turnout” und die Neue Züricher Zeitung “Die USA überwinden ihre Vergangenheit“.

Es ist also kein Erdrutschsieg für die Demokraten, aber ein deutlicher Sieg. Neben vielen regionalen Gründen, war, vor allem für die Wahl Obamas, die Finanz- und Wirtschaftskrise mit Abstand das wichtigste Thema für die Wahlentscheidung. Sechs von zehn Wählern gaben die Sorge um die Volkswirtschaft als wichtigsten Faktor ihrer Wahlentscheidung an (derstandard.at). Obama gab hier mit “Change” die richtige Antwort auf eine Frage, die sich so bei der Entscheidung für dieses Motto noch gar nicht stellte. Die Finanzkrise, die den amtierenden Präsidenten Bush und seine Partei in einem schlechten Licht erscheinen lässt, war sicherlich der wichtigste Grund für Obamas Sieg. Nicht umsonst zog er nach ihrem “Ausbruch” in den Umfragen davon. Aber daneben gibt es noch andere Gründe, wie seinen herausragenden Internet-Wahlkampf oder die Person des Siegers, um den ein regelrechter Kult enstanden ist (und der Fans wie “Obama-Girl” hervorbrachte, die wiederum etwas zum Sieg beitrugen (nicht umsonst war gestern oft von einem grassroot movement die Rede)) die ich mir im Versuch einer Prognose kurz angeschaut habe.

Aber was kommt auf Obama nach seiner Wahl durch die Wahlmänner am 6. Jänner und seiner Vereidigung am 20. Jänner zu? Viel Arbeit, etwa die katastrophale wirtschaftliche Ausgangslage die George W. Bush hinterlässt.

Neben den Präsidentschafts- und Kongresswahlen fanden auch zahlreiche lokale Abstimmungen statt. Während in South Dakota und Colorado die Bemühungen um eine Einschränkung der Möglichkeiten einen Schwangerschaftsabbruch durchführen zu lassen, scheiterten, entschieden sich die Wähler in Florida, Arizona und wohl auch California leider dafür, in die Verfassung zu schreiben, dass eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau erlaubt ist, was ein Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen bedeutet.

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  • Obama und das Alter…

    Über die gewaltigen Herausforderungen, die auf Präsident Obama zukommen werden, wurde viel gebloggt (unter anderem), deswegen kann ich mir das getrost ersparen.

    Was mir aber vor allem in den letzten Tagen aufgefallen ist: Obama scheinen die …

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