Der erfundene NS-Terror

Vorweg ein provokantes Zitat, dessen Verwendung ich im Folgenden zu rechtfertigen versuchen werden:

“Es steht niemandem frei, Christ zu werden: man wird nicht zum Christentum »bekehrt«, – man muss krank genug dazu sein.”
Friedrich Nietzsche

Anfang November spazierte die “Perversenpartei” (die österreichischen Grünen, für alle die es noch nicht wissen) durch Wien. Es ging darum, an verschiedenen Stationen dem Terror der Nationalsozialisten zu gedenken und ihn nicht zu vergessen. Bei diesem Anlass schlug an der vierten Station “die Stunde des Berufs-Homos Marco Schreuder (39).” Der Wiener Landtagsabgeordnete ist nicht nur “pervers”, er steht auch dazu und setzt sich für die Rechte der “Perversen” ein. An besagter Station benützt er “seine ‘grün’-perverse Logik” dazu “einen von ihm erfundenen „Terror gegen Lesben und Schwule“ als natürliche Verlängerung der nationalsozialistischen Judenmorde zu beschwören.” (Hervorhebung von mir).

Diese Art der Volksverhetzungaufklärung liefert die rechtsextreme von Gott selbst eingesetzte Propaganda- und Drecksschleuder katholische Nachrichtenseite kreuz.net. Da kreuz.net anscheinend auf einem Server in den USA liegt, bzw. bereits frühere Versuche die Betreiber auszumachen scheiterten, kann es ihnen auch egal sein, dass es sich dabei sehr wahrscheinlich um einen Verstoß gegen das österreichische Verbotsgesetz von 1947 handelt, dessen § 3h. da lautet:

§ 3h. Nach § 3g wird auch bestraft, wer in einem Druckwerk, im
Rundfunk oder in einem anderen Medium oder wer sonst öffentlich auf
eine Weise, daß es vielen Menschen zugänglich wird, den
nationalsozialistischen Völkermord oder andere
nationalsozialistische Verbrechen gegen die Menschlichkeit leugnet,
gröblich verharmlost, gutheißt oder zu rechtfertigen sucht.

Deshalb, und in diesem Zusammenhang verwende ich das Eingangszitat.

Zum sektiererischen und antisemitischen Hintergrund von kreuz.net hier zwei kurze Artikel von sekteninfo.net und dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW).

Aufmerksam wurde ich auf diesen Fall erst jetzt durch Marco Schreuder, der zum Abschluss seines Schwerpunkts Menschenrechtsverletzungen gegenüber Schwulen und Lesben aus Anlass “60 Jahre Menschenrechte” darüber berichtet.

Nachtrag: Auch franz joseph bloggt hierüber.

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