Das amerikanische Magazin “TIME” hat am Cover seiner am 9. August erscheinenden Ausgabe ein Porträt einer jungen Frau aus Afghanistan, der von ihrem Schwager und ihrem Ehemann beide Ohren und die Nase abgeschnitten wurden, weil sie vor den Misshandlungen der Familie ihres Mannes fliehen wollte. Daneben die Überschrift “What happens if we leave Afghanistan”. Ohne Fragezeichen.
Im “Telepolis”-Artikel zum Cover wird dazu auf zwei Dinge hingewiesen: Einerseits dass “TIME” die Geschichte sicher nicht aus altruistischen Motiven bringt, und andererseits dass dies sehr gut zu einer von Wikileaks veröffentlichten CIA-Strategie zur Steigerung der Zustimmung zum Einsatz in Afghanistan passt. Vor allem aber wird an der klaren Position die das “TIME Magazine” bezieht kritisiert, dass verschwiegen werde “dass die Taliban bereits jetzt immer mächtiger werden und die neunjährige Truppenpräsenz mitsamt der Installierung einer korrupten Regierung und eines mangelnden Aufbaus die Menschen offenbar in die Hände der Taliban oder der Warlords treiben”.
In den USA selbst ist die Debatte längst voll im Gang, berichten europäischen Medien (wie z.B. der “SPIEGEL” und “Der Standard“). Von “emotionaler Erpressung” und “Kriegs-Pornographie” sprechen die Kritiker_innen, und davon dass das Magazin für eine für eine Beibehaltung des Status Quo eintrete und dafür das Thema Frauenrechte missbrauche.
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