Das ist jetzt weder ein Angriff noch eine Verteidigung sondern mehr eine Frage in die anonyme Öffentlichkeit. Es kommt der “Equal Pay Day” und in dessen Umfeld auch Diskussionen. Und dabei tue ich mir sehr schwer. Denn mit meinem begrenzten Wissen ist es mir nicht gelungen, eine für mich zufriedenstellende und inhaltlich stichhaltige Argumentation für die Thesen und Ansprüche dieses Tages und der dahinter stehenden Menschen zu finden.Es gibt, zumindest für mich, stichhaltige Angriffe darauf. Die kann ich ausführen, der Skeptiker hat es bekanntlich leichter:
Das (angenommene) Hauptproblem ist doch, das Frauen für gleiche Arbeit weniger Lohn bekommen, wie Männer, oder? Daneben noch, dass typische Frauenberufe schlechter bezahlt werden, als typische Männerberufe. Letzteres ist teilweise sicherlich richtig, etwa im Gesundheitsbereich, wo die Arbeit im wesentlichen von Frauen geleistet wird, und es ein teils krass falsch bewertetes Verhältnis von Lohn zu Arbeit gibt. 1 Ersteres ist aber schwieriger zu verteidigen, da man im Endeffekt auf subjektive Wahrnehmung und Erfahrung angewiesen ist, die ich persönlich zumindest in keiner ernsthaften Argumentation über allgemeine Themen akzeptieren würde. Was ich damit meine, ist, dass mir keine Statistik oder Untersuchung bekannt ist, und ich auch keine gefunden habe, die dieses (angebliche) Problem belegt. Denn die üblichen Betrachtungen nach Branchen oä, ist viel zu angreifbar, weil darin unterschiedliche Berufe und ganz unterschiedliche Arbeiten zusammengefasst werden.
Themen wie Quoten und Gendern lass ich jetzt beiseite, es ist auch so schon wahrscheinlich genug, dass sich jeweils mindestens eine Person findet, die mir a) vorwirft, ein furchtbarer Sexist zu sein und den Weg für Vergewaltigungen und deren Verharmlosung zu ebenen, da ich Frauen hasse und geringschätze und b) erklärt, dass ich den Fingern in die Wunde der gynozentrischen Weltverschwörung gelegt zu haben, deren Lügengebäude dass die systematische Diskriminierung und Vernichtung der Männer verschleiern soll, einzustürzen droht…
- Andere Beispiele, wie dass Verkäuferinnen im Einzelhandel weniger verdienen als Mechaniker, sind dagegen in meinen Augen völlig unhaltbar, wenn man sowohl die benötigte Qualifikation, als auch die Verantwortung, als auch die körperliche Beanspruchung betrachtet. Wobei ich nicht sage, dass Verkäufer(in) ein lustig-leichter Superjob ist. Sicher nicht. ↩
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Es kommt sicher vor, dass Frauen für gleiche Arbeite ein niedrigeres Gehalt bekommen – das wird aber vor Allem daran liegen, dass sie durch Karenzzeiten nicht im gleichen Maß Gehaltssteigerungen bekommen.Dass es eine Möglichkeit gibt für den gleichen Job eine Frau zu finden, die aber weniger kostet halte ich für praktisch ausgeschlossen. Weil wer würde dann überhaupt noch Männer anstellen, wenn Frauen viel billiger sind? Speziell wenn es so riesige Unterschiede wären, wie auf der Equal-Pay-Day Seite behauptet wird (15%).Dazu kommt noch, dass Löhne ja nicht irgendwo aus der Luft gegriffen werden. Entweder es gibt sowieso Kollektivverträge oder man fragt z.B. bei der Wirtschaftskammer nach, was so jemand normalerweise verdient. Und da gibt man sicher nicht das Geschlecht an.
Zu Punkt 1.) stimme ich dir zu. Es gibt einfach nicht genug ehrliche Empirik unter all den gefälschten Statistiken. Es gibt aber interessante Studien die belegen, dass Bewerbungsfotos mit maskulinem Aussehen mehr Rückmeldungen erzielen. Das betrifft aber auch Frauen. (Maskulin heißt hier nicht, dass Mannsweiber bevorzugt würden).Ich glaube, dass eine Offenlegung von Gehältern uns der Wahrheit näher bringen würde. Das hätte auch einen Vorteil für Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt, der aktuell sehr unsymetrisch ist, was der Arbeitgeberseite einen Verhandlungsvorteil bringt.Auf der anderen Seite hätte das freilich gesellschaftliche Implikationen.Zu Punkt 2.)Da hast du die falsche Abzweigung genommen. Lohnniveaus werden nicht durch Bildung, Verantwortung, körperliche Anstrengung und dergleichen bestimmt, sondern durch Angebot und Nachfrage. Es gibt genug Jobs mit hoher Verantwortung für Leib und Leben (Sanitäter, Krankenpflege, Polizist), körperlicher Anstrengung (Erntehelfer, Waldarbeiter), finanzielle Verantwortung (Postler (Pensionen)) und prekär beschäftigte Uni-Absolventen die weniger verdienen als andere in weniger anspruchsvollen Jobs.Hier ist auch die Verteidigung vieler Maskulisten verfehlt, wenn sie beispielsweise erklären, dass Männer härtere Jobs im Freien durchführen und daher höhere Gehälter verdient hätten.Ich glaube, dass die Gehaltsunterschiede zwischen Berufsgruppen daher kommen, dass die meisten Frauenjobs auch Männerjobs bzw. potentielle Männerjobs sind. Männer haben einen komparativen Kostenvorteil, weil sie fähig sind (körperliche Arbeit) oder bereit sind (technische Berufe, längere Arbeitszeiten) in gewissen Männerdomänen zu arbeiten.Man muss einem Automechaniker also mehr Zahlen als der Supermarktkassiererin, weil sich der Automechaniker sonst genauso gut an die Supermarktkasse setzen könnte.
Das ist das Effiziente-Märkte-Argument.
Alan Greenspan stellte in seiner Finanzberatungsfirma Townsend-Greenspan & Co. in den 60ern in der Tat primär Frauen als Analysten ein, weil die damals wesentlich billiger als äquivalente männliche Mitarbeiter waren. Das Argument: “Weil es irrational wäre, wird es nicht gemacht” ist nicht ausreichend.
HalloUm dieses Thema wird viel heisse Luft erzeugt. Eine Zusammenfassung der sogenannten “Lohndiskrimminierung” haben wir hier erstellt. http://wikimannia.org/index.php?title=Lohndiskr...Antwort aus dem Frauenministerium„Die in der von Ihnen zitierten Rede vom 8. März 2007 enthaltene Aussage von Frau Ministerin von der Leyen, dass ‚Frauen noch immer nur 77 % des männlichen Einkommens verdienen, wohlbemerkt für gleiche Arbeit’ ist daher in dieser Form nicht richtig und missverständlich, auch wenn er sich in den Medien oft so oder ähnlich findet. Wir haben die Rede daher aus dem Netz genommen und danken Ihnen für diesen Hinweis.“http://www.manndat.de/index.php?id=532Rainer
[...] der Nähe zum “Equal Pay Day” und etlicher pfiffiger Auslassungen darüber in der österreichischen Bloggerszene würde ich mir diese Frage so deuten, dass nunmehr [...]