Die kleine steirische Stadt Leoben mit ihren 25.000 Einwohnern kann aufgrund ihrer Geschichte sogar eine Universität, die Montanuniversität, vorweisen. Mit großen Ausstellungen zu verschiedenen ethnologischen Themengebieten, von Ägypten über Peru bis zu den Wikingern, erreicht man immer wieder überregionale Aufmerksamkeit und Anerkennung. Mit den Strukturveränderungen in der Industrie hält man Schritt und geht sie offensiv an, was auch dank der Montanuniversität und Leitbetrieben wie AT&S und voestalpine AG möglich ist, die ein Wirtschafts- und Arbeitsplatzmotor für die Stadt sind. Also könnte eigentlich alles eitel Wonne sein. Wäre da nicht Maria Fekter. Denn die Innenministerin möchte im Zuge der teilweisen Liberalisierung des Asylrechts ( (c) H.C. Strache) nach wie vor ein “Kompetenzzentrum für aufenthaltsbeendende Maßnahmen” (vulgo Schubhaftlager, die Stadt Leoben spricht von einem “Bundesanhaltezentrum für rückzuführende Drittstaatenangehörige”, abgekürzt BAZ) errichten. Darüber wird schon länger diskutiert und anscheinend auch schon seit 2008 ein wenig gewerkelt. Doch nun wird es Ernst, da Maria Fekter einen weiteren Schritt setzten möchte, um Österreich zum sichersten Land der Welt zu machen. Doch die Menschen wehren sich. Der Bürgermeister hat eine Umfrage gemacht, nach der 68 % der Bevölkerung Sorgen und Bedenken wegen des Lagers haben. Zwar verspricht Fekter, dass das Lager 200 neue Arbeitsplätze für die Region bringen würde, und hat damit auch ihren Parteifreund von der lokalen Wirtschaftskammer, Hans Mocharitsch, auf ihre Seite gezogen. Doch darum geht es der Bevölkerung nicht. Nur, worum geht es ihr? Darüber berichten die Medien leider kaum, es wird zwar erklärt, dass Leoben das Lager nicht will, aber nicht, was Leoben dagegen hat. Einzig der Satz “Leoben darf nicht Traiskirchen werden” findet sich in einigen Berichten. Er wird dem SPÖ-Bürgermeister Matthias Konrad, Ikone des Widerstands, zugeschrieben. Abgesehen davon dass sein Parteifreund Fritz Knotzer, Bürgermeister von Traiskirchen, wohl wenig Freude damit hätte, dass “seine” Stadt derart als Argument verwendet wird, ist die Aussage selbstverständlich auch einfach Blödsinn. Konrad bezieht sich klarerweise nicht auf die Stadt Traiskirchen an sich, sondern auf die dort angesiedelte “Bundesbetreuungsstelle für Asylwerber” (vulgo Flüchtlingslager). Das ist aber im wesentlichen ein sogenanntes “Erstaufnahmezentrum”, dh dort kommen Asylwerber hin die frisch einen Antrag gestellt haben, und nicht unter freiem Himmel verhungern sollen/möchten. Ein Schubhaftlager dagegen wird mit “Schubhäftligen” gefüllt, was in eine ganz andere Richtung geht, denn Schuhaft ist ein
“Freiheitsentzug, der in festgelegten Situationen in Zusammenhang mit einer Abschiebung vorübergehend über eine nicht aufenthaltsberechtige Person verhängt werden kann. Übergeordneter Zweck der Abschiebehaft ist es zu verhindern, dass sich die betroffene Person durch Untertauchen an einem für die Behörden (Exekutive) unbekannten Ort einer Abschiebung entzieht”.
Während also in Traiskirchen theoretisch freie Menschen ein Quartier bekommen, würden in Leoben abzuschiebende Menschen eingesperrt werden. Daher könnten die Neger, Tschetschenen und wo sie alle herkommen auch nicht die Stadt mit ihren Drogen verseuchen, alle Frauen und Mädchen der Stadt vergewaltigen, sämtliche Bürger mehrfach ausrauben und zusammenschlagen und ganz allgemein den Tourismus zum erliegen bringen, da sie mit ihrer Hautfarbe das Stadtbild zerstören. Denn sie wären eingesperrt. Das sogar dieser offensichtliche Unterschied vor lauter vorurteilsgeladener Paranoia und dumpfen Rassimus übersehen wird, ist ein Armutszeugnis sondergleichen. Im Übrigen wäre es die Aufgabe eines Bürgermeisters der eine besorgte Bevölkerungsmehrheit hat, ihr diese Unterschiede zu erklären. Was sagt eigentlich Laura Rudas dazu?
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Traiskirchen vs. Leoben…
Zwei Deppen – eine Meinung! Dieser nette, typische Satz aus diversen IRC-Chats ist mir spontan eingefallen, als ich gerade den Artikel über Leoben auf Feuerhaken gelesen habe. Nachdem mir also zuvorgekommen wurde, ergänze ich lieber nur um einen Geda…..
Mit Ihrem Hinweis, Leoben hätte eine Universität, haben Sie mich darauf gebracht, wieder einmal nachzuschauen, wie es mit der Burschenschaft Leder jetzt bestellt ist. Es scheint seit 2002 keine Veränderungen gegeben zu haben: http://www.kdu.at/politik/offene_emails/emails/...., http://www.kdu.at/politik/offene_emails/emails/...“Deutsch, Furchtlos und treu” sind die Burschenschafter Leder, mit ihren Verbindungen z.b. zur Burschenschaft Olympia. Verändert hat sich allerdings, warum auch immer, daß diese Geschichtsbetrachtungen nicht mehr auf der Homepage von der Leder zu finden sind.
Also verstehen kann ich die Bevölkerung und damit auch den Bürgermeister in dieser Frage schon. Als gelernter Österreicher weiß man ja, dass die Regierung hin und wieder ihre Meinung ändert. Und wer bestätigt denn den Leobnern, dass das BAZ immer ein BAZ bleiben wird?