Feuerhaken Politik Blog
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Posted Jan 31st, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

welcome

Ich freue mich sehr meiner kleinen aber feinen Leserschaft eine neue Autorin hier auf Feuerhaken vorstellen zu dürfen. Sie studiert Kulturanthropologie und lebt in ihrem Geburtsland Österreich, die meiste Zeit aber in Finnland. Politisch ist sie links einzuordnen, jedenfalls aber kritisch. Blog-Erfahrung hat sie bisher keine, aber dafür einiges zu sagen. Ich schätze sie sehr und finde politische Diskussion mit ihr anregend und lehrreich. Zwar befürchte ich, dass sie nicht allzu oft schreiben wird, aber ich freue mich auf pointierte Einträge.

Weitere Details zu ihrer Person werde ich aufgrund ihres Wunsches nach einer gewissen Anonymität nicht veröffentlichen. Aber ihr werdet sie als soldanella sicher noch kennenlernen. Sie wird in Deutsch undoder Englisch schreiben. Thematisch hab ich keine Vorgaben gemacht (wer bin ich auch?) aber ich denke, es wird sich im wesentlichen im gesellschaftspolitischen Bereich bewegen.

Willkommen soldanella!

PS: Zur Sicherheit: Sie ist im Gegensatz zu Der Aufrechte kein Stilmittel, sondern eine reale Person.

(Foto: mckaysavage)

Posted Jan 30th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

Dies ist mein eigener Beitrag zu meiner Blogparade zum Thema “Internetwahlkampf”: Ich bin kein Politiker und keine Medienexperte, ich bin kein Medientheoretiker und kein Webprofi, ich bin auch kein Puplizistik- oder Journalismusstudent, sondern im wesentlichen Konsument (und in bescheidenem Ausmaß Blogger). Von dieser Position aus, ohne Praxiserfahrung (mich “verkaufen” zu müssen) oder theoretisches Konzept schreibe ich diesen Eintrag, daher möge bitte niemand die Erleuchtung erwarten. Wenn (unsere österreichischen) Parteien einen “Internetwahlkampf” ankündigen, was spätestens seit Barack Obamas erfolgreicher Verwendung des Mediums gerne und oft passiert, bedeutet das in der Regel eine Relaunch der Parteihomepage, die Einrichtung eines oder mehrere Blogs und Konten bei social networks für die Spitzenkandidaten (und häufig auch die “Jugendkandidaten). Diese verweisen dann (wenigstens) in der Regel auch aufeinander. Dazu gesellt sich dann noch der eine oder andere Twitter Account. Bilder werden via Flickr online gestellt. Videos bei YouTube. Kommentare werden in der Regel nicht ermöglicht bestenfalls aber (streng) moderiert und ignoriert. Dass die Politiker selbst ihre Facebook-, Twitter-, uä Accounts verwenden (und befüllen), glauben nur noch die wenigsten. Genau genommen, könnte man das aber auch gar nicht erwarten, wenn man den Politiker als Politiker und Wahlkämpfer ernst nimmt (Tweets kann man selbst schreiben, aber auf jeden Kommentar, jeden Pinnwandeintrag und jede Nachricht selbst zu antworten, muss einfach  zu viel Zeit beanspruchen, wenn man das Web 2.0 auch nur ein wenig erfolgreich einsetzt). Das Web 2.0 wird allem Anschein nach als “Köder” oder “Wegweiser” zu den online verfügbaren Informationen, Slogans, Wahlkampfprogrammen uä gesehen. Und diese Sichtweise ist ja so blöd nicht, das Netz steckt ja nicht umsonst in vernetzen. Read More…

Posted Jan 29th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

Leider geht es nicht um den Film mit diesem Titel, sondern um konkrete Vorwürfe aus Graz. Wie orf.at und die “Kleine Zeitung” berichten, sollen zwei Polizisten einen Mann zusammengeschlagen haben. Der Fall wird auf orf.at so geschildert:

Die beiden Polizisten hielten den Geschäftsmann in einer Nacht Anfang 2008 vor seiner Garage an. Angeblich sei er stark alkoholisiert mit dem Auto gefahren, habe gelallt und sei getorkelt. Der Polizeiarzt stellte am nächsten Tag fest, dass der 57-Jährige höchstens 0,9 Promille Alkohol im Blut gehabt kann – eine leichte Alkoholisierung.

Der Grazer wies sich nicht aus, beschimpfte die Beamten, darauf rasteten sie aus. Sie schlugen dem Mann ins Gesicht und in den Magen, fesselten ihn, brachten ihn ins Polizeiauto, dort übergab er sich. Die jungen Polizisten ließen ihn im Erbrochenen liegen.

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Posted Jan 24th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

Papst Benedikt XVI, vormals Großinquisitor Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre Kardinal Joseph Ratzinger, von einigen Beobachtern ob seines wissenschaftlichen Zugangs und seines großen Fachwissens, und vor allem wegen der liberalen und menschenfreundlichen Positionen die er in seinem bekanntesten Buch, “Einführung in das Christentum” (Amazon Partner-Link) vertrat, durchaus als Hoffnungsträger für einen sanften Aufbruch in der Kirche gesehen, hat diese Beobachter längst enttäuscht.

Der Papst (hier beim Segnen von Schafen und dem Empfang der Ehrenbürgerschaft von Mariazell) legt nun nach. Wie die “Neue Zürcher Zeitung” berichtet hat Benedikt XVI. nichts besseres zu tun als vier Bischöfe zu rehabilitieren, die einst von Marcel Lefebvre (erzkonservativer Gegner des II. Vatikanischen Konzils, von Paul VI. suspendiert, von Johannes Paul II. exkommuniziert, Gründer der fundamentalistischen Piusbruderschaft) geweiht wurden (was direkt zu seiner und ihrer Exkommunikation führte). Dies sind die Herren Bernard Fellay, Bernard Tissier de Mallerais, Richard Williamson und Alfonso de Galarreta.

Innerkirchlich ist die Entwicklung wohl für viele enttäuschend, auch für mich, obwohl ich dem Verein nicht (mehr) angehöre. Zu viel Einfluss hat die rk. Kirche, als dass ich nicht auf einen liberalen, vernünftigen, menschenfreundlichen Kurs hoffen würde. Aber die Rehabilitation des Bischof Williamson ist keinesfalls eine rein innerkirchliche Angelegenheit, denn dieser gilt als notorischer Holocaustleugner (sogar kath.net geht auf Distanz zu ihm), die deutsche Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen ihn und auch sonst ist er wirren Verschwörungstheorien nicht abgeneigt.

Nachdem Benedikt XVI. grundsätzlich ein intelligenter Mann ist, und keine Anzeichen gröberen geisten Verfalls zeigt, wird ihm wohl bewusst sein, in welche Richtung er das Kirchenschiff lenkt.

PS: Infos zum Kirchenaustritt (Ö)

Außerdem zu diesem Thema schreiben:
Lindwurm
Denkblatt

Posted Jan 19th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

heiliger1

Seit im Oktober 2008 die Kärntner Sonne vom Himmel fiel (LH Dörfler über den Tod Jörg Haiders) blieb im “tschetschenenfreien” Bundesland kaum ein Stein auf dem anderen. Zu fixiert war das Land auf seinen schon zu Lebzeiten fast allgegenwärtigen Landeshauptmann. Am 26. Jänner, Haiders Geburtstag, soll nun, nachdem die Gedenkstätte am Unfallort bis dahin nicht realisierbar war, eine Brücke nach ihm benannt werden. Unterdessen hat das BZÖ bekannt gegeben, dass man das zerstörte Auto Haiders von der Leasingfirma der es gehört, kaufen werde. Immerhin habe es auch nach dem Mord am amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy immer wieder Untersuchungen gegeben, aber bis heute wisse niemand, was genau passiert sei, so der Mann für die peinlichen Zitate, LH Dörfler.

Aber das von Jörg Haider gegründete BZÖ ist im Versuch aus dem Toten Kapital zu schlagen, nicht allein. Wie das um Platz eins kämpfende BZÖ, versucht auch die in Kärnten momentan marginale FPÖ “Jörgs (wie er dort plötzlich wieder genannt wird) Erbe” für sich zu beanspruchen. Auch der Klagenfurter ÖVP-Bürgermeister Scheucher möchte etwas nach Haider benennen, vorzugsweise einen Park in der Landeshauptstadt. Das unmittelbar nach Haiders Tod das Buch “Jörg Haider: Mensch, Medienstar, Mythos” (Amazon-Partnerlink) erschien, ging neben brutalster Kommerzialisierung wie “Dr. Jörg Haider singt” fast unter. Read More…

Posted Jan 16th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

nogod

Oliver (und ich vermute noch einige mehr, ich zB) wäre dafür, die atheistische Kampagne “Atheist Bus” (Twitter) mit dem Slogan “There’s probably no god”, der seit einiger Zeit auf Bussen durch London spazieren gefahren wird (“Der Spiegel” berichtet), auch in Österreich loszutreten, nachdem sie bereits in einige andere Länder “exportiert” wurde. Eigentlich eine gute und unterstützenswerte Idee. Ob wohl genug gespendet würde? Ich denke schon, wenn es die richtigen Leute machen. In diesem Sinne: RAMEN

Nachtrag: Auch Mathias schreibt (lange und lesenswert) darüber

(Foto: Spring Globe)

Posted Jan 15th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

Links zu sein ist in. Schüler nähen sich Bilder des Mörders Che auf den Rucksack, auf T-Shirts erscheint das Symbol der massenmörderischen Sowjetunion. Von militanten Altlinken der ersten Stunde, Leuten deren Gehirn 1968 die Tätigkeit eingestellt hat (vielleicht infolge starken Drogenkonsums?) und natürlich die führenden Ideologinnen der Gegenwart, die Feministinnen, sehen diese Entwicklung zwiespältig, wird doch ihr Status als „alternativ“ und „besonders“ angegriffen und aufgelöst in der Masse der linken Individuellen. Andererseits werden sie so unverhofft berühmt und reich, bekommen Einfluss und Macht über große Teile der Jugend, die ihren Phrasen nachlaufen und mit diesen die Inhaltsleere des modernen Lebens verdecken wollen. Und hier muss man ansetzten, will man Aufklärung betreiben. Man muss das linke Dogma vom „Verstehen“ bzw. „Einfühlen“ gegen sie wenden (natürlich, der Linke meint damit man soll sich in Fremdländische einfühlen, aber bitte, was soll es bringen mir vorzustellen, ich sei ein Türkei, der seine Schwester umbringt, weil sie mit einem Österreicher geflirtet hat?) – wagen wir die Reise ins Innere des linken Gehirns:

Wenn sich der Marihuananebel lichtet, stoßen wir auf das alles bestimmende und zentrale Motiv der Linken: Verantwortungslosigkeit! Gegenüber der eigenen Kultur, unserer Gesellschaft, den Menschen und den zukünftigen Generationen. Hieraus leiten sich die zentralen Forderungen der Linken ab – wie etwa die Förderung von Abtreibung, Homosexualität und Überfremdung. Sehen wir uns diese drei beispielhaften Forderungen nun praktisch an:

Beispiel:
Die Zwillinge Hans und Peter, 24 Jahre alt, sind beide schon länger mit ihren Freundinnen, Sieglinde und Evy zusammen. Hans arbeitet als Tischler, seine Freundin Sieglinde als Friseurin. Peter studiert Ethnologie und schreibt an seiner Diplomarbeit, zumindest wenn er nicht gerade kifft, Häuser besetzt oder auf Demos ist. Evy ist in ihrem Studium der Philosophie noch nicht so weit, da sie sich sehr stark für die Grüne Partei engagiert. Hans wird Sieglinde nächstes Frühjahr heiraten, für die „Lebensabschnittspartner“ Peter und Evy kommt diese „anachronistische“ und „reaktionäre“ Form der „Zwangsmonogamie“ nicht in Frage (trotzdem fordern sie die Ehe für Schwule und Lesben), außerdem sind sie aus der Kirche ausgetreten.

A. Abtreibung, oder was Feministinnen nicht alles toll finden
Sieglinde trifft sich nach Feierabend mit Evy, die gerade aufgestanden ist, auf einen Kaffee. Sieglinde: „Ich bin schwanger.“ Evy: „Hast du dir schon eine Ärztin ausgesucht? Ich kann dir ein paar coole empfehlen. Voll chillig dort.“ Langsam beginnt Sieglinde zu verstehen: „Abtreibung!?“ „Oh, ist das deine erste? Musst nicht nervös sein, läuft ganz easy ab.“ „Aber…“ stottert Sieglinde. „Was den? Wie verhütest du den? Kondome sind doch scheiße, weil man sich auf die Männer nicht verlassen kann. Und dieses sexistische Gift von Pille das von den kapitalistischen Großkonzernen zur Unterdrückung der Frau eingesetzt wird? Niemals!“ Sieglinde geht verwirrt und verletzt nach Hause. Sie wollte mit ihrer Freundin die Freude, das neues Leben in ihr heranwächst teilen. Doch anstatt auf Freude stieß sie auf die klassisch feministisch-linke Haltung, wobei es nicht Abtreibung heißen darf sondern Schwangerschaftsunterbrechung und es äußerst frauenfeindlich ist, dass sie nicht bis ins neunte Monat erlaubt ist.

B. Überfremdung, oder wer braucht Kultur und Moral wenn er Ausländer haben kann?
Nach dem Treffen gehen Sieglinde und Evy in verschiedene Richtungen den Park entlang. Im Park strauchelt eine junge Frau, blutbeschmiert und mit zerrissener Kleidung verwirrt umher. Nehmen wir nun zwei Fälle an: Im ersten geht sie nach links und trifft Evy, im zweiten geht sie nach rechts und trifft Sieglinde.

Fall1: Die Frau fällt vor Evy auf den Boden und weint. Auf die Frage was passiert sei, antwortet sie stotternd dass sie „von einem Schwarzen vergewaltigt wurde.“ Wie wird Evy nun reagieren? „Warum betonst du seine Hautfarbe? Würdest du das auch bei einem Österreicher machen? Bist wohl rassistisch?“ Und weiter: „Außerdem – wer sagt dass nicht du in der trankskulturellen Kommunikation versagt hast und aus mangelndem Verständnis für fremde Kulturen, die uns durch ihre Zuwanderung bereichern, falsche Signale ausgesendet hast?“ Und außerdem: „Was hast du da für sexistische mainstreamtaugliche Markenkleidung an die dich auf eine Objekt reduziert? Klar dass dich die Männern dann wie einen Gegenstand behandeln!“ Nicht zu vergessen: „Eine aufgeklärte Frau des 21. Jahrhunderts lässt sich nicht einfach vergewaltigen. Du solltest dringend ein Feminismusseminar besuchen.“ Sprachs, und rollte mit den Augen. Die Widersprüche die hier auftreten sind zwar offensichtlich, Linken aber egal.

Fall2: Die Frau trifft Sieglinde, welche sie in den Arm nimmt, ihr klarmacht dass sie nun in Sicherheit ist und die Polizei und die Rettung ruft.

C. Homosexualität, oder wenn wir keine Kinder bekommen, müssen wir auch nicht an sie denken.
Während Hans und Sieglinde heiraten und Kinder bekommen, trennen sich Peter und Evy, da Peter erkennt, das man viel mehr Aufmerksamkeit bekommt, wenn man sich dafür entscheidet, schwul zu sein. Während also Hans eine Familie gründet und mit dieser Keimzelle des Staates einen Beitrag zum Gemeinwohl (und natürlich zum Generationsvertrag) leistet, entscheidet sich Peter für den typisch linken Weg des Egoismus. Wen wir diesen Weg nun als gesellschaftliches Paradigma annehmen, was die Linke ja anstrebt, erkennen wir die Geburt einer Welt in der Homosexualität nicht nur legalisiert ist, sondern sogar noch gefördert wird. Schwule und Lesben werden heiraten und Kinder adoptieren (vielleicht kommt auch ein Gesetzt das Homos erlaubt sich Kinder von Heterosexuellen auszusuchen und diese zu beanspruchen, da sie ja sonst von den Heteros, die für Nachschub sorgen können, diskriminiert werden). So werden die Kinder bereits früh auf den Weg der Homosexualität geführt, und wie der endet, weiß jeder Geschichtsbewusste, wenn er an Sparta denkt!

Mit Rücksicht auf unsere Mägen wollen wir diese Reise durch das Gruselkabinett der linken Gehirne und wovon sie träumen, beenden. Doch nehmen wir die Warnung mit, es niemals soweit kommen zu lassen, wie sie es gerne hätten!

(Bild: purpleslog)

Posted Jan 12th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

Da ich kein großer Medientheoretiker bin, und Webexperte schon gar nicht, mich das titelgebende Thema aber sehr interessiert, hab ich mir gedacht, was gäbe es es besseres, als dies den Bloggern quasi hinzuschmeißen, und zu schauen, was zurückkommt?

Ganz so ist es selbstverständlich nicht, ich werde auch selbst meine Gedanken zu dem Thema, die ich mir ja wohl mache, in einen Eintrag fassen. Aber zur Blog-Parade:

Inhaltlich:
Längste Zeit galt das Internet als „Wahlkampffeld der Zukunft“, als zusätzlicher Kanal, denn es „dann“ auszunetzen gelte, den man vorläufig aber nur beobachte. Auch hier brachte Barack Obama „Change“, ohne große Ankündigung das Wahlkämpfen revolutionieren zu wollen, taten es die seinen einfach. Und das sehr erfolgreich. Jene, die dies kommen sahen, und schon länger forderten, die aktuellen Politiker, Politikbeobachter, Politikwissenschaftler, etc. müssten sich endlich mit dem, was man auch „Web 2.0“ nennt, auseinandersetzen, fanden sich plötzlich von einer Mehrheit umgeben, gegen die sie kurz davor noch anrannten. Die österreichischen wie die deutschen Sozialdemokraten kündigen für kommenden Wahlen einen „Internetwahlkampf“ an. Doch was ist das? Bedeutet es bloß, dass die Parteien zu Wahlkampfzeiten verstärkt im Internet präsent sind (so wie auf der Straße), zB soup.io ua verwenden? Bedeutet es, dass sie Kanäle wie Facebook und Twitter benutzen? Ist ein „Wahlkampf 2.0“ überhaupt denkbar, wenn daraus keine dauerhafte „Politik 2.0“ wird, sondern sich diese danach wieder zurückzieht? Wie sollte ein erfolgreicher “Internetwahlkampf” gestaltet sein?

Organisatorisch:
Die Blogparade endet am 31. Jänner (Januar) 2009. Danach werde ich alle Beiträge von denen ich (via Ping, Kommentar, Mail) in Kenntnis gesetz wurde, zusammenfassen. Je nach Teilnehmerzahl und Differenz in den Positionen wird es auch ein Schlussauswertung geben.

Ich lade alle herzlich ein sich zu beteiligen, nein, ich bitte euch, macht mit. Denkt daran, je mehr Teilnehmer, umso mehr Arbeit habe ich. Und wer möchte nicht dass ein Stundet auch mal was arbeitet?

(Foto: kyz)

Posted Jan 12th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

Der SPÖ, die unlängst ihren “120er” beging

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit dem Bedränger!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!

|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|dreipfeile

Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!
Leeres Wort: des Armen Rechte,
Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
Unmündig nennt man uns und Knechte,
duldet die Schmach nun länger nicht!

|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|

In Stadt und Land, ihr Arbeitsleute,
wir sind die stärkste der Partei’n
Die Müßiggänger schiebt beiseite!
Diese Welt muss unser sein;
Unser Blut sei nicht mehr der Raben,
Nicht der mächt’gen Geier Fraß!
Erst wenn wir sie vertrieben haben
dann scheint die Sonn’ ohn’ Unterlass!

|: Völker, hört die Signale!
Auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale
erkämpft das Menschenrecht. :|

Die Internationale

(Bild: SPÖ, dasrotewien)

Posted Jan 10th, 2009 by thomas knapp    / Permalink /

Seit etwas weniger als einem Jahr ist in Graz nun eine schwarz-grünen Koalition innerhalb einer schwarz-rot-grün-dunkelrot-blauen Proporzregierung quasi an der Macht. Die grüne Vizebürgermeisterin gab dem STANDARD Anfang des Jahres ein Interview, in dem sie über die Koalition und darüber, was sie von Siegfried Nagl gelernt hat, spricht. Sie bemüht sich alles möglichst positiv darzustellen, doch im Grunde kann sie einem Leid tun, den das Unterfangen wird von der Grazer Realität brutal untergraben. Von dem, was man sich unter “grüner Politik” vorstellen könnte, bleibt nur die Ausweitung der Parkzonen und die Erhöhung der entsprechenden Gebühren. Wörter wie Transparenz, von grünen Oppositionsbänken oft zu hören, haben in Graz keine Konjunktor. Im Gegenteil, aufgefallen sind die Grünen auch durch Intransparenz und Umfärbeln. Rücker sagt:

Rücker: Es ist nicht umgefärbt worden. Uns geht es darum, bei den Stadtwerken die notwendigen Reformen zu machen, und da haben wir uns ganz bewusst ins Aufsichtsratsgremium hineingesetzt. Uns geht es nicht darum, alle roten Manschkerln rauszuschmeißen und durch grüne zu ersetzen.

Das ist, vorsichtig gesagt, gelogen, und ist man streng, Grund genug die Grünen nie wieder zu wählen. Vor der Wahl haben sie für eben diese Grazer Betriebe mehr Offenheit und Information für alle Gemeinderatsparteien verlangt (was ja wohl nur heißen kann dass jede zumindest einen Vertreter hat). Außerdem sollte der direkte Einfluss der Politik zugunsten inhaltlich und fachlich qualifizierter Menschen sinken. Sagt jede Partei, gehalten hat sich noch keine daran. Eben auch nicht die Grünen. Mit Lisa Rücker und Siegfried Nagl sitzen nun erstmals gleich direkt die Politiker in den Aufsichtsräten. Alle anderen im Gemeinderat vertretenen Parteien wurde völlig ausgeschlossen (die SPÖ ist noch über Betriebsräte vertreten). Auch bei den, ob der hohen Schulden sicher schwierigen, Verhandlungen über das Stadtbudget wurden die Mitglieder der Stadtregierung, die nicht schwarz-grün angehören, so spät wie überhaupt noch nie (so Elke Kahr von der KPÖ) über ihre zukünftigen finanziellen Möglichkeiten informiert. Auch dass die Grünen plötzlich vielen Ideen der ÖVP unter Rechtsausleger Nagl zustimmen (im Interview wird etwa die Videoüberwachung in den Straßenbahnen angesprochen) die vor kurzem nur ein lautes NEIN bei ihnen provoziert hätten, wirkt befremdlich. Sowohl in der Sache (Überwachungsstaat ja bitte?) als auch generell. Ob die Zukunft etwas bringen wird, dass es für die Grünen rechtfertigt, sich zwischenzeitlich verkauft zu haben? (Foto: jasonb42882)