(Keine) Pietät für Jörg Haider?
Hans Rauscher schreibt über den Tod von Haider, “der immer viel und spät nachts unterwegs war”:
Aber ab einem gewissen Alter lassen die Reflexe und die Aufmerksamkeit unweigerlich nach.
Rauschers Kritik an Haider, der “nie alt sein [wollte]” und bis zuletzt “eine, wenn auch etwas forcierte Jugendlichkeit aus[strahlte]“.
Via Twitter gab es schon einige Auseinandersetzungen, und derstandard.at braucht länger, um die Kommentarfunktion bei den Jörg Haider betreffenden Artikeln wegen “der großen Anzahl an pietätlosen Postings” zu schließen.
Ist im Falle von Jörg Haiders Tod, dem Mann der gegen Ausländer hetzte, der Minderheitenrechte (und damit die österreichische Verfassung und die Menschenrechtskonvention) nicht nur missachtete, sondern mit Füßen trat, Zurückhaltung angebracht? Sollte man nicht ganz pietätlos über einen Toten sprechen, der von ihm angestrebte Prozesse wegen Beleidigung verlor, da er selbst gerne tief schlug?
Diese Fragestellung ist meines Erachtens nach ein grobes Missverstehen des Konzeptes der Pietät. Dabei geht es nicht um die Person und das Leben des Toten sondern um die Hinterbliebenen, Angehörigen und Trauernden. Diese in einer sehr schweren Zeit zu schützen und nicht weiter zu verletzten, ist der Grundgedanke, nicht die Realität zu fälschen. Auf Jörg Haider ist Zeit seines politischen Lebens hingehauen worden, und er liebte das Spiel. Auf Jörg Haiders Vermächtnis und seine Arbeit als Landeshauptmann wird noch genug hingehauen werden. Aber jetzt ist eine Pause angebracht.
Ein Mensch ist auf tragische Weise ums Leben gekommen. Die enorme mediale Aufmerksamkeit ändert daran nichts.


















Meiner Meinung nach hat die Frage, wie pietätvoll man mit dem Tod Jörg Haiders umgeht, nicht so sehr mit ihm zu tun, sondern mit einem selbst.
Ich richte mein Handeln nach meinen Werten aus, nicht nach dem, was jemand anderer “verdient” hat. Das wäre dann mehr so das Prinzip aus dem Alten Testament, Auge um Auge…
Der Umgang mit dem Tod Jörg Haiders lässt interessante Rückschlüsse zu, finde ich. Nicht so sehr über Haider selbst, sondern über die, die sich zu seinem Tod äußern.
Ich kann verstehen warum derstandard.at die Kommentare entfernt hat, ist nicht sehr geschmackvoll. Und ich war auch ein bischen traurig und schockiert als ich die Nachricht bekommen habe.
Nich weil ich ihn so gern hatte oder so, einfach weil ein Mensch der sehr lebendig ist, sein Umfeld bestimmt und mitgestaltet plötzlich weg ist. Und weil FPÖ und BZÖ sich jetzt zusammenschließen werden und den Kanzleranspruch stellen werden… das nur so nebenbei.
Was ich auch noch sehr komisch finde ist, dass viele Theorien über Mord, Verschwörung, Manipulation am Wagen etc. kursieren. Naja…
hab beim herumsuchen im www eine ziemlich schlecht gemachte hp entdeckt mit ein paar haider witzen und karikaturen…
http://www.funpage.at/joerg.html
es ist zwar irgendwie komisch haider witze zu lesen so kurz nach seinem tod, aber diese homepage zeigt ganz gut wie sein wirkungsgrad war und wie er von nichtkärnterInnen gesehen wurde..
Na, da hab ich aber eine pietätlosere Seite in Sachen Jörg Haider gefunden. Der Freiburger Kabarettist Dr. Satori hat auf seinen Seiten ziemlich übles verzapft und sich deswegen bereits 53 Morddrohungen eingehandelt. Laut Selbstaussage. Hier seine Seiten:
http://www.giftspritzer.de